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wirſt Du ſo böſe, wenn ich von deinem guten Herzen rede?“
„Darum, Mama, weil ich glaube, meine Hand⸗ lungen verlieren allen Werth, wenn ſie zu einem Gegen⸗ ſtande des Lobes werden.— Das Gute bringt ſeinen eigenen Lohn mit ſich, und ich finde mich verletzt, wenn man davon redet. Es iſt, als ob ich nicht zu Gott auf⸗ zuſehen wagte; denn was thue ich eigentlich?— nur meine Pflicht, Etwas, das jeder Menſch thun muß. Nun wenn es ſo iſt, ſo gibt es auch nichts daran zu lobpreiſen. Wenn ich von meinen Armen heimkehre, ohne daß Je⸗ mand anders als Gott und ich ſelbſt davon weiß, ſo fühle ich mich glücklich und vergnügt. Aber wenn Mama davon zu reden anfängt, wie gut ich bin, oder andere Leute ſagen Etwas davon, ſo iſt meine Freude dahin, und ich werde unglücklich, gedemüthigt, mißvergnügt und fürchte immer, es möchte das Begehren nach Lob ſich bei dem, was ich thue, einſchleichen und meinen Hand⸗ lungen allen Werth in Gottes und meinen Augen be⸗ nehmen.“
Die Mutter lächelte mild der Tochter zu, ſtreichelte und küßte ſie zärtlich, ohne Etwas zu ſagen, aber die
liebevollen Augen verriethen mehr als Worte. Ellen umſchlang mit ihren Armen die Mutter, und ſchmiegte ſich vertrauensvoll an das ſo zärtliche, ſo reine und holde Mutterherz.—
Nach Tiſch, als die Probſtin auf ihr Zimmer hin⸗ aufgegangen war, um ein Mittagsſchläfchen zu machen, warf Ellen einen Shawl um, und knüpfte das ſchwarze
Halstuch über den Kopf; denn das Wetter war jetzt ganz grau und kühl. Sie ſteckte einige Zwiebacke in die Taſche, nahm aus ihrem Schubkaſten ein Päckchen mit Kaffe


