Teil eines Werkes 
Ellen oder Ein Jahr : Novelle / Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von C. Büchele
Entstehung
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daß ich auf ihn ſtieß, denn er ſagte gleich, ich komme von einem Werk der Barmherzigkeit her.“

„Nun, darin liegt ja nichts Böſes, liebe Ellen,“ antwortete die Mutter lächelnd.

„Bös war es wohl nicht, aber es verletzte mich doch;— ja, ich war beinahe daran, zu weinen.“

„Mein Gott, Ellen, wie Du ſo kindiſch biſt. Ich kann nie begreifen, warum Du immer ſo gereizt darüber wirſt, wenn Jemand weiß, daß Du gut gegen die Ar⸗ men biſt. Das iſt ja eine ganz ſchöne Eigenſchaft, deren Du dich niemals zu ſchämen brauchſt.“

„So ſprichſt wohl Du, Mama!“ rief Ellen halb weinend;„ich bin nicht ſo außerordentlich gut, und es kommt mir gar nicht vor, als ob etwas Schönes darin liege, zu geben, wenn Mama mich zu Leuten ſchickt, die deſſen bedürftig ſind. Mir macht es immer Verdruß, Mama, wenn man behauptet, daß ich ſolche gute Eigen⸗ ſchaften habe, welche mir doch nicht zukommen.“

„Biſt Du nicht lächerlich, liebe Ellen?— Wenn Du auch vor der ganzen Welt verbergen willſt, daß Du keinen Kaffee trinkſt, ſondern vom Papa das Geld dafür nimmſt, und daß Du dieſes Geld nicht zum Putz für dich, ſondern zur Bekleidung der Armen anwendeſt;— daß Du niemals morgens in deine Milch einen Zwieback ein⸗ tunkſt, niemals ein Stück Backwerk iſſeſt, ſondern Alles aufhebſt, um es Nora R. oder andern Armen zu geben, daß Du ſelbſt die Milch herumträgſt, welche Du von der Kuh bekommſt, die ich dir geſchenkt habe, ſo darfſt Du doch wohl nicht glauben, daß ich in Unkenntniß davon lebe, ich, die es doch ſo gut weiß, wie Du ſelbſt, und manchmal ſchon Gott dafür dankte, daß ich eine ſo gute Tochter habe.— Sage mir nur, mein Kind, warum