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gen mitten auf der Straße ſtand und ſeine großen, ſcharfen Augen mit einer Beharrlichkeit auf ſie heftete, als ob er durch den Blick ſie zwingen wollte, aufzu⸗ ſchauen. Aber das junge Mädchen ging immer gleich nachdenklich dahin, die Augen auf die Blume geheftet.
Als ſie ihm ganz nahe gekommen war, nahm er die kleine, etwas ſchief ſitzende Mütze ab und ſagte:
„Guten Morgen, Mamſell Gällner!“
Ellen ſah erſchrocken auf, da ihr im Augenblick einfiel, daß ſie Korb und Flaſche am Arm trage. Sie erröthete, als jener den Mantelkragen zurückſchlug und ſie den Bezirksrichter Arlborg erkannte, welcher in dem dünnen kalten Regen ſo elegant daſtand, während ſie einen alten Rock, ein Halstuch über dem Kopfe trug und dazu mit einer Milchflaſche und einem Korb be⸗ ſchwert war.
Die Leſerin wird wohl zugeben, daß die arme Ellen gerade keinen Grund hatte, ſich zu der Begegnung Glück zu wünſchen.
Errieth Kuno Ellens Verlegenheit, oder mißdeu⸗ tete er ſie? Genug, ein höhniſches Lächeln kräuſelte ſeine Lippen; aber ehe daſſelbe noch recht verſchwand, hatte Ellen ſich gefaßt; und als jener hinzuſetzte:„So früh ſchon außen in dem trüben und rauhen Wetter,“ antwortete Ellen mit einem argloſen Blick:
„Nicht früher, als der Herr Bezirksrichter.“
Damit verneigte ſie ſich und beabſichtigte, ihren Weg fortzuſetzen; aber Kuno wandte um und beglei⸗ tete ſie.
„Nur mit dem Unterſchied,“ ſagte er,„daß Sie ſchon wieder nach Hauſe wandern, während ich von dort erſt herkomme, und daß ich nicht ſo glücklich bin, wie


