Teil eines Werkes 
Ellen oder Ein Jahr : Novelle / Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von C. Büchele
Entstehung
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Kuno hatte lachend dem ſeltſamen Ritt zugeſehen, ohne eine Bewegung zu machen, um ſeinem Freunde zu helfen.

Als Joſeph von dem Hammel befreit war, ſagte er keuchend und mit gerötheten Wangen:

Uff, Uff! wie mir ſo warm geworden iſt! Das war ja eine wilde Beſtie ohne gleichen. Du biſt mir übrigens ein ſauberer Kamerad, Du, der ſich da hinſtellt und lacht, anſtatt in meinen edelmüthigen Bemühungen, der Schwachheit beizuſtehen, mich zu unterſtützen. Aber wo iſt die Alte und ihre Geſell⸗ ſchafterin hingekommen?

Die alte Frau iſt ihres Wegs gegangen, und ich habe dem Herrn Notar zu danken, der uns aus der Noth half, ſagte eine klare Stimme hinter den beiden Herren, welche ſich ſogleich umdrehten.

Vor ihnen ſtand eine ſehr kleine Frauensperſon in einem violett⸗ und weißgeſtreiften Kleide, einem Sommermantel von grauem Zeug mit rothem Futter und über dem Kopf einem blauen Kattunhalstuch mit großen, gelben, runden Tupfen. Sie hatte einen für ihre Länge allzu großen Kopf, blondes, glattgeſtrichenes Haar über einer auffallend hohen und breiten Stirne, durch deren feine und glänzende Haut das ganze Gewebe der Adern hindurchſchimmerte, und ein paar große blaue Augen, welche ſie mit einer gewiſſen Be⸗ harrlichkeit auf diejenigen heftete, mit welchen ſie ſprach. Nimmt man hiezu die kleinen, weißen Hände ohne Handſchuhe, einen zum Embonpoint geneigten Kör⸗ perbau und ein Alter von vierzig Jahren, ſo hat der

Leſer eine Vorſtellung von der Perſon, welche einen Augenblick zuvor der alten Frau zu ſchreien geholfen