Teil eines Werkes 
6. Band (1865) Die Verläumdung / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventlow
Entstehung
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ſprechlich gelibt. Wie würde ſie mit ihrer hochher⸗ zigen Denkweiſe ihn nicht begreifen und verſtehen. Von ſeinem eigenen Herzen wußte er, wie hoch ſie denjenigen lieben mußte, der ſie ſo liebte, wie er es that. Daß die Zeit Zoé geändert haben ſollte, fiel ihm nicht ein; denn dieſelbe hatte ja ihn nicht ge⸗ ändert. Daß Zoé ſich andern Eindrücken hingegeben, kam ihm unmöglich vor. Er war ja noch derſelbe, und Gaſton that es, wie Alle er beurtheilte die Geliebte nach ſeinem eigenen Innern.

An einem ſchönen Sommertag gegen Abend kam er in der Heimath ſeiner Väter an und einige Stunden darauf finden wir ihn in Dorbins Garten an derſelben Stelle, an welcher Zoé ihm beim Abſchied den Schwur der Treue leiſtete.

Gaſton ſtand an die Barriere gelehnt und blickte hinaus in's Meer. Er wußte, daß Zoé Abends nach dieſem Platz zu promeniren pflegte, und er hatte be⸗ ſchloſſen, dort ihre Ankunft abzuwarten, um die freu⸗ dige Ueberraſchung um ſo viel größer zu machen. Er wollte, daß ihr erſtes Wiederſehen gerade hier, und nur mit Gott als Zeugen, ſtattfinden ſollte.

Unſer Krieger hatte lange dort geſtanden und auf jeden Laut gehorcht, ohne daß die Erwartete zum Vorſchein kam.

Gaſton fing an zu fürchten, ſie möchte ihren alten Gewohnheiten nicht mehr treu ſein, und grü⸗

belte darüber nach, wie er es anfangen ſollte, Zo6

ganz allein an dieſem Platze zu treffen. Aus dieſem Grübeln wurde er durch den Schall von Tritten her⸗ ausgebracht; aber es war nicht eine Perſon, ſondern