Teil eines Werkes 
6. Band (1865) Die Verläumdung / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventlow
Entstehung
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Dieſes ſtete Wiederholen hatte in der That der Eitelkeit des Mädchens Nahrung gegeben, und ſie hielt es für eine Pflicht gegen ſich ſelbſt, daß ihr künftiger Gatte eine durch ausgezeichnete Eigenſchaften hervor⸗ ragende Perſönlichkeit ſei.

306 war ein reizendes Mädchen, mit einem Ge⸗ ſicht ſo friſch und anmuthig wie der Frühling, einem Wuchs, der einen Bildhauer hätte entzücken können und mit einem Benehmen, wie es nur eine Franzöſin haben kann; das heißt mit dieſer reizenden Anmuth, welche noch mehr als Schönheit die franzöſiſchen Frauen auszeichnet. Unſer geiſtreicher Blanche ſagt in derSonne von Süd und Nord:Es iſt verzeihlich, wenn man bei der Schilderung der fran⸗ zöſiſchen Frauen etwas warm um's Herz wird, denn dieß iſt ebenſo ſchwierig, wie den Weſtwind zu be⸗ ſchreiben, welcher uns entzückt, wenn er kömmt, und betrübt; wenn er von dannen flieht.

Kurz, Zoé war beim Beginne unſerer Erzählung ein reizendes und liebliches Weſen von achtzehn Jahren.

Achtzehn Jahre, das war ja noch ganz jung. Das iſt wahr; aber demungeachtet hatte Zos drei ganze Jahre den Sohn von Dorbins nächſtem Nach⸗ bar, dem Präfecten, Gaſton de Givré, geliebt. Als er neunzehn und Zoé fünfzehn Jahre alt war, hatten ſie bereits Liebesverſicherungen ausgetauſcht. Seit der Zeit waren drei Jahre vergangen. Die kindliche Liebe hatte eine andere Geſtalt angenommen, und ſich bei Gaſton in ein wirklich tiefes Gefühl verwandelt. Mit unglaublicher Eile machte er ſeine Studien und ſollte jetzt ſeine juridiſche Laufbahn beginnen.