Teil eines Werkes 
6. Band (1865) Die Verläumdung / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventlow
Entstehung
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Diesmal verurſache ich Ihnen nur wenig Mühe. Ich habe ſeit mehreren Jahren einigen unglücklichen Familien um die Weihnachtszeit durch Andere mit etwas Geld ausgeholfen, aber es nie haben wollen, daß ſie mich kennen ſollten. Nun würde ich Ihnen ſehr verbunden ſein, wenn Lavina die Mühe der Vertheilung übernehmen wollte. Ich hörte ſie neulich es ſo lebhaft beklagen, daß ſie nicht in der Lage wäre, ihren armen Mitmenſchen beizuſpringen, daß ich glaube, mein Vorſchlag werde ihr ein Vergnügen machen.

Ja, gewiß wird es das; und mit Vergnügen gebe ich meine Zuſtimmung. Wenn Lavina nach Hauſe kommt, werde ich es ihr ſagen.

Und wenn vielleicht Frau Pahl mir durch einige Worte ihre Antwort mittheilen will, dann werde ich das Geld und die Liſte der Bedürftigen ſchicken. Aber haben Sie die Güte, Mamſell Lavina zu ſagen, daß ich unbekannt ſein will, und ich erſuche auch Frau Pahl, ſo freundlich zu ſein, denſelben gegen Niemanden zu erwähnen. Damit entfernte ſich der Oberſt.

Als Lavina nach Hauſe kam und von der Sache in Kenntniß geſetzt wurde, tanzte ſie mehrere Male entzückt auf dem Fußboden mit Elin herum und rief: Ach, wie herrlich! wie göttlich, denjenigen, die arm ſind, Geld geben zu dürfen! Ich möchte wegen dieſes Vergnügens den Oberſten, trotz ſeinem ſchwarzen

Geſichte, beinahe liebhaben! 2 Frau Pahl ſchrieb folgenden Brief an den Sberſten