Teil eines Werkes 
6. Band (1865) Die Verläumdung / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventlow
Entstehung
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Höre mal, mein Kind, Du wirſt doch wohl nie ſo launiſch ſein, eine ſo glänzende Partie von Dir zu weiſen? Erinnere Dich, daß eine ſolche ſich viel⸗ leicht nie mehr Dir darbieten wird. Der Graf iſt jung, ſchön und befindet ſich in einer glänzenden ge⸗ ſellſchaftlichen Stellung; kurz, er vereinigt alle mög⸗ liche Eigenſchaften in ſich.

Das mag ſein; aber er hat den Fehler, daß er mir nicht gefällt, unterbrach Agda ſie ärgerlich.

Wie Du doch ſprichſt, Kind; Du erſchrickſt mich in der That. Du willſt doch nicht den Heirathsan⸗ trag des Grafen ausſchlagen! rief die erſchrockene Kommerzienräthin.

Ja, das will ich gewiß.

Mein Gott! Agda, was fällt Dir ein, Du biſt nicht bei Sinnen, daß Du ſo ſprichſt. Wiſſe dann, daß ich mich zu Tode grämen würde, falls Du ein ſolches Glück von Dir wieſeſt.

Wenn ich aber Mama ſage, daß ich ihn nicht lieben kann, daß mein Glück durchaus nicht darin beſteht, Gräfin zu werden, ſo muß Mama mich wohl

in Frieden laſſen, erwiederte Agda ſehr ungeduldig.. *Agda, Agdal ſprichſt Du ſo zu Deiner Mutter, wenn ſie Dein Glück will? Das ſage ich Dir, daß

Du, wenn Du daran denkſt, dem Grafen jenen kalten und unerträglichen Doktor vorzuziehen, es auf Dein Gewiſſen nehmen mußt, meinen Tod beſchleunigt zu haben; denn mit einem ſolchen Menſchen wirſt Du unglücklich, während der Graf ganz und gar für Dich geſchaffen iſt. Mein geliebtes Kind, ich, Deine Mutter, bitte und bettle Dich darum, nicht ein Glück von Dir