Teil eines Werkes 
6. Band (1865) Die Verläumdung / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventlow
Entstehung
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die Wohnung der Erſteren.

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bleibe doch ⸗bei dem, was ich ſagte, daß Mamſell Lung ein einnehmendes Mädchen, eine wirllich kleine Sylphide iſt.

Nun, wie findeſt Du denn Mamſell Pahl? fragte der Oberſt und betrachtete Lavina durch ſeine Lorgnette.

Sie iſt ſchön von ihr wäre einnehmend zu wenig geſagt.

Und natürlich wie eine ländliche Unſchuld. Ihre naive Aufrichtigkeit amüſirt und gefällt mir weit mehr, als der impertinente Eigendünkel der Anderen.

Aber, Rubens, Mamſell Pahl kommt mir viel

zu gut vor, um ein Zeitvertreib für Dich zu werden, fiel der Doktor ernſt ein. 4Geſchwätz, es exiſtirt keine weltliche Tugend. Wenn ich nicht den ſchönen Vogel heute fange, ſo thut es ein Anderer morgen. Das tugendhafteſte Mädchen wünſcht nichts ſehnlicher, als deſſen überhoben zu werden, und verbleibt es tugendhaſt, ſo geſchieht es aus Mangel an Gelegenheit, das Gegentheil zu wer⸗ den. Die Liebe iſt ja nur ein Zeitvertreib; ſiehe da die nackte Wahrheit.

Es iſt wunderlich anzuhören, daß Du, nun zwei und dreißig Jahre alt, ſo ſprichſt.

Kann ich dafür? Die Welt iſt mir nun ſo erſchienen; iſt das mein Fehler?

Hier wurde das Geſpräch unterbrochen. Der

Tanz hatte aufgehört, und Jedermann ging nach Hauſe.

Der Oberſt führte die Majorin und Lavina in