„Sie ſind hungrig,“ ſagte Trautſohn—„Du ſollſt den Spaß haben ſie zu füttern.“ Da trat Magda näher und warf die Flocken Brod hinein und es begann ſogleich ein munteres Leben, die Zicklein warfen ſich drüber, das Böcklein vor Allen, während die Hirſchkuh in vornehmer Ruhe von ihrem Platze zu⸗ ſah. Jetzt trat Magda der alten Hirſchkuh näher und ſchüttete ihr von dem Brote vor, aber im ſelben Augenblick ward ihr der Beutel aus der Hand geriſſen, das ſchwarze Böcklein hatte ihn auf ſeine Hörner genommen und jagte damit in den fern⸗ ſten Winkel. Das große Gelächter, in welches Podiebrad ſelbſt, ſich ganz vergeſſend, ſchallend einſtimmte, konnte ſich kaum legen. „Aber,“ ſagte Magda, die Hand an die Stirn legend—„wie iſt mir denn, guter Trautſohn— geſteh es nur— Du führſt mich doch eigentlich an— das ſind ja lange Jahre her, daß meine Zicklein klein waren und mein Böcklein unartig? Ich muß glauben, das ſind große Geſellen geworden und waren ſchon damals nicht mehr ſo niedlich wie dieſe hier!“ Trautſohn lachte.„Ja,“ ſagte er—„ſo viel Wiſſen⸗ ſchaft von der Jägerei mußte ich Dir freilich zutrauen! Aber Du weißt, daß Jagdgeſchichten immer einen ganz unerklärlichen wunderbaren Zuſammenhang haben, der an den Glauben der Menſchen ungewöhnliche Anſprüche macht. So laß es denn bei dieſem Vorrecht bewenden— ich verlange nun einmal, Du ſollſt glauben, das iſt Deine Hirſchkuh und das Deine Zicklein vom Karlſtein und damit mache ich keinen größeren Anſpruch an Wahrhaftigkeit, als die meiſten Jagd⸗ geſchichten es thun— und nun frage ich Dich überdies, ob Du mir an all den lieben Thieren eine fremde Stelle nach⸗ weiſen kannſt?“ „Ach nein! ach nein!“ rief Magda—„Es ſind meine lieben Gefaͤhrten— ich will mir die Jahre xein aus dem
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