Teil eines Werkes 
9. Band, Thomas Thyrnau : 3. Theil (1855)
Entstehung
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blicklich die Pfeife an den Mund. Da fuhren bei dem hellen Ton die grünen Gitter aus einander und auf dem weichſten grünen Mooſe lag eine ſchöne weiße Hirſchkuh und um ſie her drei kleine Zicklein, worunter ein ſchwarzes Böcklein war!

Ach! ach! meine Hirſchkuh meine Zicklein! rief

Magda ganz außer ſich vor Freude.O Lachy! rief ſie dann, als könnte ſie die Freude nicht allein tragen und ſchon ſtand der Glückliche, der ihr erſter Gedanke war, an ihrer Seite und ſie ſank weinend an ſeine Bruſt, denn was regte dieſer Anblick nicht für Erinnerungen in ihr auf!

Aber nicht lange vergaß ſie den liebevollen Urheber dieſer

Gefühle.Rufe ihn, ſagte ſie zärtlich zu Lacy, und dieſer ſtreckte dem bewegt Harrenden die Hand entgegen und er kniete

jetzt vor Magda hin und dieſe bog ſich über ihn und legte beide Hände auf ſeine Schultern und ließ ihn ihre Freudenthränen ſehn und blickte ihn ſo innig an und küßte dann feierlich ſeine Stirn und ſagte:Trautſohn, Du biſt gewiß der beſte gute Menſch, den ich kenne und Du mußt noch ſehr glücklich werden und das Mädchen, was Deine Frau wird, muß dem Himmel danken!

O Magda, ſagte Trautſohn und verbarg noch immer knieend ſein gerührtes Geſicht in ihren Händen. Und damit ſei die Rührung nun abgethan, rief jetzt

der Großvater, und Alle bekamen wieder Leben von der heitern 3 Stimme. Sie wandten ſich nun der kleinen Hütte zu und Freude Gelächter Erſtaunen Fragen Alles wech⸗ ſelte bunt durch einander.

Ganz ſo wie ſonſt blieb die ſchöne Hirſchkuh ruhig liegen, während das ſchwarze Böcklein, wie es in der Natur wohl liegen mußte, ſchnuppernd an den Eingang geſprungen kam, bereit, den Satz heraus zu wagen, da es, wie es ſchien, ſehr wohl den Brodbeutel kannte, den Magda in Händen hielt.