Teil eines Werkes 
9. Band, Thomas Thyrnau : 3. Theil (1855)
Entstehung
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in ſeinen Augen und er rief ganz in ihrem Anſchaun verloren: Dachte ich doch nicht, daß Du noch ſchöner hätteſt werden können! Großer Gott! Du haſt mir immer vor Augen ge⸗ ſtanden, wie ein himmliſcher Engel, aber nun ſiehſt Du wie eine Himmelskönigin aus!

Auch Du, ſagte Magda lachendbiſt ein ganzer Mann geworden, und noch gewachſen, und ſo breit in den Schultern; aber Dein liebes Geſicht iſt noch ganz das alte geblie⸗ ben, und damit thuſt Du nir einen rechten Gefallen, denn ſo hatte ich Dich lieb, und iſt nun nichts Fremdes zwiſchen uns gekommen 1*

Ja, antwortete Trautſohndas magſt Du ſagen aber Du vergißt, daß Du Dich indeſſen verheirathet haſt, da ſoll es mir denn wohl nicht leicht werden, zu denken, es ſei nichts zwiſchen uns gekommen.

Aber mit wem? fragte Magda naivmit Lachy!

Nun, ſagte Trautſohner iſt mir grade genug! Aber ſieh, liebe Magda, wenn Du noch erlaubſt, daß ich ſo ſagen darf ich habe es mal bei einer rührenden Veranlaſſung, die ich nicht in Deinen Gedanken hervorrufen will, der Kaiſerin zugeſchworen, wie es auch kommen möchte: Das Glück, Dich zu kennen, ſollte nie zu einem Unglück für mich umſchlagen und das habe ich bewieſen, ſeit ich erfuhr, Du habeſt Lacy lieber gehabt als den armen Trautſohn.

Bravo! rief Lach und umfaßte ihn herzlichdas nenne ich Magda's Werth gerecht werden! Sie nur zu kennen iſt ſchon ein Glück, welches uns über manche andere trübe Erfahrung hinweg hilft.

Ja, ſagte Trautſohn, indem er Lach's Umarmung er⸗ wiederte,Dir wird dieſe Verſicherung freilich nicht ſchwer werden.

Auch Dir nicht, rief Lacy lachendund ich habe gar nichts dagegen, daß Du ihr Bild in Deinem Heil genſchrein auſſtellſt.