Teil eines Werkes 
9. Band, Thomas Thyrnau : 3. Theil (1855)
Entstehung
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Die Tafel ward nun angekündigt und Magda verſicherte ſich des Armes vom Grafen Podiebrad, während Lach die Für⸗ ſtin führte und als ſie nun Alle wohlgeordnet um die Tafel in dem ſchönen Kuppelſaale ſaßen, da mochte wohl nicht leicht eine frohere Geſellſchaft zu denken ſein, von Menſchen, welche mehr und wichtigere und heiterere Beziehungen zu einander haben konnnten. Die Unterhaltung war dem gemäß und als der Graf von Podiebrad in fröhlicher Zerſtreuung einige Fla⸗ ſchen Rheinwein geleert, brachte er mehrere Geſundheiten aus auch die auf Karl den Vierten, den Erbauer des Karl⸗ ſteins worin ihn Niemand ſtörte, weil Alle das ſprachen und ſagten, wovon ihnen das Herz voll war.

Am Abend, als man etwas ruhiger zu werden begann, nahmen Magda und die Prinzeſſin deu ungewöhnlich ge⸗ ſprächigen Podiebrad in ihre Mitte und baten ihn, ſeinen beſten Freunden eine genaue Darſtellung ſeines jetzigen Le⸗ bens zu machen.

Meine edlen Freundinnen, ſagte er darauf nach einiger Sammlung Podiebrad's Haare ſind nicht umſonſt in⸗ deſſen gebleicht! Er hat harte Erfahrungen gemacht. Nicht wohlberathen muß ich die edle Nachfolgerin Karl's des Vier⸗ ten, unſere erhabene Kaiſerin, nennen, denn ſie hat einen Edelſtein ihrer Krone aus der Faſſung gebrochen und ihn als ein werthloſes Spielzeug kindiſchen Händen zugeworfen. Die hohe Bedeutung des Karlſteins verkennend, hat ſie ich bitte um Vergebung, wenn die Lippe ſich weigert, herüber zu laſſen, was einen ſchmerzlichen Mißgriff in dem Hauſe Oeſter⸗ reich bezeichnet doch es ſei auch Podiebrad muß lernen, das Unwahrſcheinlichſte auszuſprechen: der Karlſtein ward als Feſte ſeines Ranges entſetzt die Beſatzung aufgelöſt und die Revenüen der ihm zugehörenden Ländereien liefern jetzt den kleinen Damen des Fräuleinſtiftes zu Prag ihre Steck⸗