Teil eines Werkes 
9. Band, Thomas Thyrnau : 3. Theil (1855)
Entstehung
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und der Herr, der an der Spitze ritt, ward dadurch ſehr leb⸗ haft, gab ein Kommando⸗Wort ab und Alle ſetzten ſich in einen ſtolz courbettirenden Galopp und hatten bald den Fuß der Terraſſe erreicht, an der ſie von den Herren empfangen wurden. Als ſie hielten und die berittenen Diener die Pferde wegführten, welche die Ankommenden ſchnell verlaſſen hatten, ſtieg zuerſt an Thyrnau's Seite die Stufen hinan Seine Excellenz der Graf von Podiebrad, dereinſtiger Gouverneur des unüberwindlichen Karlſtein. Ihm folgte der Freiherr von Galbes an Lacy's Seite und aus Egon's, des treuen Kriegs⸗ kameraden, herzlicher Umarmung erhob ſich Georg von Traut⸗ ſohn mit leuchtenden Augen, und beide waren in zwei Sprün⸗ gen den Uebrigen nach.

Noch immer ſtand Magda unter der Anrede gefangen, in welcher der Graf von Podiebrad die geſammten Begebenheiten ſeit der Entführung derſelben vom Karlſtein, zu begreifen be⸗ müht war; da er ſich aber innerlich ſtark auf dieſen Beſuch ge⸗ freut hatte, und wirklich gerührt war über die herzliche Auf⸗ nahme Aller, geſchah es ihm, daß ſeine eignen Worte ſeine Rührung ſo vervollſtändigten, daß ihm plötzlich die Rede ab⸗ ſchnappte und er ſich verbeugen mußte, um dies ihn beſchä⸗ mende Ereigniß der Aufmerkſamkeit zu entziehn.

Ach, ſagte nun Magda und faßte ihn treuherzig bei der zuckenden Hand wie habe ich mir das gewünſcht, was ich endlich heute erlebe, alle die lieben Freunde einmal wieder bei⸗ ſammen zu ſehn! Wenn Ihr, Graf Podiebrad, nicht nachge⸗ geben hättet und unſere Einladung zurückgewieſen, hätte uns viel aus unſerer wichtigſten Lebensepoche gefehlt und das ſage ich auch Euch, Freiherr von Galbes, und Dir, mein lieber Spielkamerad, mein lieber Freund Trautſohn!

Dieſer blieb faſt zu lange auf Magda's Hand ruhen als er aufſah, war er glühend roth dicke Thränen ſtanden