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So wollen wir nach vier Jahren im Frühling des Jahres 1763— nachdem der Friede das Ungeheuer des Krieges aus den verwüſteten Gauen der Länder verjagt, zu den Lieben zurück⸗ kehren, welche wir bis hierher begleitet haben, welche den Ver⸗ wüſtungen des Krieges entgingen und ſeine Leiden und Bedräng⸗ niſſe von denen abzuhalten ſuchten oder zu lindern kräftig bemüht waren, welche als Unterthanen oder Nachbarn irgend in den Bereich ihrer Liebe zu ziehen waren.
Es war im Mai. Die Buchenwände des Gartens von Tein hatten, nachdem ſie die Scheere des Gärtners erfahren, ſich mit jenem Hellgrün bedeckt, welches nur ihre zarten mit weißen Frangen beſetzten Blättchen zu miſchen vermögen, und welche nun gleich einer Tapete die rieſigen Wände der Alleen bedeckten. Drüber lag der Himmel in einer Reinheit und Fülle der Farbe, welche wir nur mit dem Blau des Ultramarins zu bezeichnen pflegen; und der Frühlingswind, ſo eigenthümlich, ſo weich und ungeſtüm, fehlte auch nicht, und entriß den träu⸗ meriſchen Blüten ihre kleinen winterlichen Mützen und half den Bienen ſchwärmen und lüftete den Nachtfaltern und blütenähn⸗ lichen gelben Schmetterlingen die Flügel. Wer frohen Herzens iſt, wird mit dem Frühling leicht wieder ein ſpielendes Kind und der Unglückliche findet leichter Thränen, wenn er die Mauern verläßt, die ſeinen Schmerz feſthielten, und der anſpruchsloſe Gegenſatz von ihm ſelbſt in der Natur, die im Frühjahr ſo glücklich ſcheint, wirkt wie tröſtendes Verſtehen, und bewirkt endlich eine ſanfte Zerſtreuung, welche den bitterſten Stachel mit fortnimmt.
Es war um die Mittagszeit und ein reges Leben war faſt auf allen Punkten dieſer alten und ſchönen Beſitzung verbreitet. Die Reitbahn mußte von hohen Gäſten bewohnt ſein; alle Fenſter waren geöffnet und auf den vorſpringenden Balkonen trat bald hier bald dort eine bemerkenswerthe Geſtalt hervor.


