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Lebens⸗Epoche uns warnend zuflüſtert: Wie den theuren Weſen, welche ſo mit Glück gerüſtet der Zukunft entgegen gehn, das
Leben nichts ſchuldig bleiben wird und auf der neuen Stelle, die noch geebnet vor ihnen liegt, Hinderniſſe allmälig die kleinen Erdhügel aufwerfen werden, welche die leichten Flügel beſtäubend niederdrücken. Wenn wir aber von der Erfahrung
belehrt dieſe wehmüthige Zugabe erwarten müſſen, empfangen wir doch zugleich von ihr den Troſt, daß das Ungemach auch wieder das Ewige und Heilige in uns Menſchen zu ſeiner wahren Entwicklung treibt— und einen Tempel des Herrn begründet, wo wir zwar trauern und weinen, aber auch uns in Wonne er⸗ heben können.— So ſollen wir uns der Zukunft der Geliebten getröſten, welche mit frommen Herzen ein ſchönes Lebensglück ergreifen. Ihr Inneres und das Haus, das ſie begründen, wird ein Tempel des Herrn ſein, worin ſie weinen und trauern, und in Wonne ſich erheben werden, in der großen Zuverſicht ſeiner ewigen Gemeinſchaft.
Was gleicht aber der Befriedigung eines theilnehmenden Freundes, wenn er nach Jahren zu denen zurückkehrt, welche er verließ, als ſie das Leben nach einem wichtigen Abſchnitt neu geſtaltet ergriffen, und er ſie in dem damals nur be⸗ ginnenden Glück vollſtändig begründet ſieht, und um ſie her eine würdige Entwicklung der ihnen zugetheilten Güter findet — einen Tempel— um das Gleichniß feſtzuhalten, in dem der Geiſt der Liebe weht— in welchen die Glücklichen und die Betrübten aus und einziehn und die Aufnahme finden für ihr Bedürfniß, von dem wir ein gedeihliches Wachſen ſeines ſich weiter ausbreitenden Baues erwarten dürfen, und in deſſen Unkteis ſich die ſammeln, die von der Liebe herangezogen wurden und die, wenn ſie weiter gehn oder die Heimat ſuchen, 7 wieder ein Haus der Liebe begründen werden, belebt von dem Geiſte des Beiſpiels, das ſie erfuhren⸗ 3
Thomas Thyrnau. II.


