Auf der Auffahrt ſtanden viele Diener in glänzenden Livreen; Andere liefen noch hin und her: ein Paar Tragſtühle von Sammet ſchienen noch auf Damen zu warten, welche ſie nach nach dem Schloſſe führen ſollten. Auf den Terraſſen vor dem⸗ ſelben nach den Buchenwänden zu, wandelten die Bewohner des Schloſſes in der erquickenden Luſt, wie es ſchien, in Erwartung ihrer Gäſte.
Jetzt war Magda dreiundzwanzig Jahr und ihre Schönheit hatte die vollkommenſte Reife ethalten. Ob ſie noch gewachſen war, ob ihre zugenommene Fülle, oder die freiere höhere Hal⸗ tung ihres ſchönen Kopfes es bewirkte— Jeder glaubte, ſie ſei größer geworden. Ihr Teint hatte noch immer die durchſichtige Klarheit und war nur durch einen ftiſchen Hauch von feinem Roth belebter, als die Jungfrau früher zeigte.
Noch immer trug ſie ſich reich gekleidet, wie es nun auch ihr Gemahl liebte und der Großvater durch ſinnvolle Geſchenke unterhielt. Ihr offenes Sammetkleid von einem dunklen Pur⸗ purroth war an den Rändern mit feiner Goldſtickerei verſehen; das weiße Atlaskleid, welches ſich bei dem zurückfallenden Sammet zeigte, umſäumte über dem Mieder mit goldener Stickerei die wunderſchöne Büſte.
Das Haar trug ſie auch jetzt, wie es ihre beiden Anbeter, Gatte und Großvater, liebten, mit dem goldenen Netz; heute hatte ſie auf jeder Seite, faſt hinter dem Ohr, eine dunkelrothe Sammettoſe mit brillantnen Nadeln befeſtigt. Man konnte nicht ſagen, daß der Mode gerade großer Abbruch geſchehen war, und doch glich ſie immer und in allen ihren Koſtümen mehr den ſchönen Portraitbildern eines Tizian oder van Dyck, als gerade den Figuren, welche ſich um Maria Thereſia bewegten— ſie trug ſelbſt die lang niederhängende Schnur orientaliſcher Per⸗ len, welche kaum einer Tizianſchen Schönheit fehlen darf— in den feinen Händen, welche aus den koſtbaren Manſchetten bis
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