gramm des Fürſten ward mit ungetheilter Freude angenommen und auch kein Einziger wußte etwas hinzuzufügen.
Magda's Hochzeitsſtaat war von Thomas Thyrnau und der Fürſtin Thereſe erdacht worden und von der Gräfin Hautois ausgeführt. Der Mode war dabei mancher Abbruch geſchehen, denn um die rabenſchwarzen Flechten Magda's ſchlang ſich das goldene Netz, welches aber faſt ein Juwelennetz war, deſſen Schlingknoten von Rubinen gehalten wurden. Ueber der Sil⸗ bertobe zeigte ſich das Mieder mit Brillanten befeſtigt und Brabant hatte einen Schleier geliefert, deſſen Rechnung Thyr⸗ nau lachend verbrannt hatte und welcher wie ein Mondſchein⸗ gewebe die ganze Geſtalt einhüllte, ohne ſie zu verbergen. Aber was ſie ſelbſt dieſem herrlichen Schmuck hinzufügte, das war der bezaubernde Nimbus, der Alle bei ihrem Anblick mit Ent⸗ zücken erfüllte— es war dies das ernſte tiefe Nachdenken, womit ſie die Heiligkeit des Tages ergriff und das ihrem Antlitz die lilienweiße Farbe, die ſtillen Züge gab, die nur zuweilen unter⸗ brochen wurden, wenn ſie die geſenkten Augen hob und die Glut religiöſer Stärke und Begeiſterung daraus hervorleuchtete und ihren Wangen einen flüchtigen Schein von Lebensglut an⸗
hauchte. Ihre Stimmung war durch nichts zu unterbrechen, nicht einmal durch Rührung.— Alle fühlten, ſie lebe in der Gegenwart des Höchſten und Alles Andere habe nur nach Ihm Raum— und von Allen ſei ſie abgezogen, ſie Alle vereinigt haltend in der großen Gemeinſchaft, in der ſie ſich fühlte.
Hedwiga, welche von ihrem kurzen, zu frühen Nachtigallen⸗ geſang wieder zu dem heitern kindlichen Lerchengeſchwirre über⸗ gegangen war,— Hedwiga, die keine Schelte mehr von Lacy bekam und deren Unterrichtsſtunden von Thomas Thyrnau ver⸗ mehrt worden waren, beſtand darauf, Magda's Schleppe tragen zu wollen, und wie gern gewährte ihr der Fürſt, was er ihr laſſen durfte.


