Jetzt gingen auch die Anzeigen an die Kaiſerin und an Kaunitz nach Wien, und Kaunitz verſicherte ſeinem jungen Freunde in einem höflichen Glückwünſchungsſchreiben, daß die Majeſtäten dieſe Nachricht mit beſonderem Antheil vernommen hätten. Noch war zwiſchen dem Brautpaar ſo wenig, wie zwiſchen Thyrnau und Lacy, ein Wort gewechſelt worden über ſeine Ab⸗ ſichten bei dem Wiederausbruch des Krieges, der mit dem Früh⸗ jahr unausbleiblich zu erwarten ſtand, und bald ſollte die Kaiſerin ſelbſt dieſen Punkt in Erwägung ziehn und beweiſen, wie unerſchütterlich feſt ſie einmal beſchloſſene Pläne im Auge behielt, wie viel auch die Verhältniſſe anderer Seits um ſie her häuften. Ein von ihr diktirter Brief an Lach führte ſie ihren in S. verſammelten Verehrern in ihrer vollen Redeweiſe vor und ergriff Alle, als ſei ſie unter ihnen geweſen:
„An meinen getreuen Grafen von Lach Wratislaw.“
„Indem ich Euch meinen gnädigen Glückwunſch bei Eurer „Wiedervermählung ſage, will ich Euch hiermit meinen Bei⸗ „fall über Eure Wahl ausgedrückt haben, denn obwol Magda „Matielli nicht Eures Standes iſt, wogegen ſich in gewöhn⸗ „lichen Fällen viel ſagen ließe, ſo erſcheint Uns ſelbſt dies „hier von weniger importance wegen beſonderer Eigenſchaften „beſagter Eurer Verlobten, welche Wir durch eine romantiſche „Begegnung ſelbſt kennen lernten. Auch gegen Eure erſte „Vermählung waren in mancher Hinſicht Einwendungen zu „machen, doch haben Wir mit Wohlgefallen, während der Jahre „ihrer Dauer von dem muſterhaften Beſtand dieſes Verhältniſſes „vernommen und wollen es Euch und der Verſtorbenen zur „Ehre anrechnen und vielleicht Euch noch mehr wegen der „Jugend, welche gern der Thorheit Geſellſchaft leiſtet.— Da „Ihr nun durch dieſe zu erwartende Ehe in natürlichere Ver⸗


