Teil eines Werkes 
9. Band, Thomas Thyrnau : 3. Theil (1855)
Entstehung
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Kummer, denn ſie werden durch ihren Vater das Fehlende bekommen.

Dieſe ganze Erb⸗Beſtimmungs⸗Rede hatte er durch das Fenſter in den Pavillon hinein gehalten. Jetzt nahm er den kleinen dreieckigen Hut ab, grüßte Alle mit ſeinem ſchalkhaften Lächeln und wollte davon aber nun erhob ſich ein lautes Geſchrei ihm nach; der Fürſt zuerſt, Lacy ihm nach, ſprangen zum Fenſter hinaus und hielten ihn in ihren Armen auf, bis Magda und die Fürſtin ihn auch erreicht hatten. So wurde er wieder hinein gezogen und ſaß bald lächelnd in ihrer Mitte und freute ſich, daß aller Widerſtand aufgehört hatte, und daß er ihnen den ſchweren Augenblick, wo von Teſtament und Vermögen die Rede ſein mußte, ſo leicht aus den Händen gewunden hatte, daß keine tragiſche Scene daraus werden konnte.

So kam es denn auch, daß die Glücklichen die Mittags⸗ glocke überhört hatten und mit einem Male vor den offenen Thüren die Oberhofmeiſterin der Fürſtin erſchien und ganz außer Athem und mit vielen Knixen anzeigte, die Fürſtin werde bis zur Tafel kaum Zeit haben ſich umzukleiden. Da die Herrſchaften voll der größten Rückfichten gegen ihre Umgebun⸗ gen waren, entſchuldigte ſich die liebenswürdige Thereſe und führte die alte Dame zu einem Lehnſeſſel, um ſich auszuruhen, wonach der Fürſt ſie dann ſelbſt nach dem Schloſſe zurückführte.

Das nun folgende Beiſammenſein der Freunde von Außen durch die angenehmſten Verhältniſſe begünſtigt, ſchien ſelbſt Thyrnau die glücklichſte Zeit ſeines Lebens, und der Winter, der auch über die Schrecken des Krieges eine ſcheinbare Ruhe verhängte, verflog Allen in traumartiger Schnelligkeit.

Mit dem Anbruch des neuen Jahres 1759 wurde den Bitten Lacy's nachgegeben und ſeine Verlobung mit Magda über welche kaum noch am Hofe ein Zweifel war öffentlich erklärt.