in der wir nicht den Rohheiten fremder Menſchen ausgeſetzt find⸗ Dies verlange ich augenblicklich; über mein längeres oder kürzeres Bleiben ſteht Ihnen dann zu die Unterhandlungen zu führen, die für mich von keinem Belang ſind.“
„Mein Herr!“ ſagte der Polizeibote und unterbrach damit die vielleicht heftige Entgegnung des jungen Offiziers—„die gegenwärtige Lage iſt durch irgend eine Zufälligkeit unange⸗ nehm geworden; ich glaube jedoch, daß ich durch mein Ver⸗ halten während der Reiſe mir nicht das Mißtrauen des geehrten Herrn verdient habe. Ich ſehe ein, daß der Herr Gouverneur mit der offiziellen Aufnahme in den Karlſtein zögern werden, bis der unbegreiflich ausbleibende kaiſerliche Kourier hier ein⸗ treffen wird, da meine Inſtruktion leider nichts darüber enthält und Alles zu ſehr auf den vorangehenden Befehl berechnet war. Ich werde noch einmal verſuchen, den Herrn Gouverneur um eine Auskunft zu bitten, indem Sie ſich vielleicht bewegen laſſen, dies Haus, welches auf keine Weiſe mit dem Schloß in Verbindung ſteht, als neutralen Boden anſehn zu wollen und zu erlauben geruhen, daß einige Zimmer, welche Frau Grim⸗ ſchütz nach der Gartenſeite hin beſitzt, vorläufig für den Herrn und ſeine Enkelin eingerichtet werden.“
„Ich bin mit dieſer Einrichtung vorläufig zufrieden,“ entgegnete Thyrnau, der bei zu erwartender Ankunft des Boten einer ſchnellen Ausgleichung entgegen ſah,—„nur fordere ich. daß dies ohne Zögerung geſchehe.“
„Ich muß jedoch bemerken,“ ſagte der Offizier—„daß der Hert Gouverneur beſonders die Zulaſſung eines jüngeren Frauenzimmers durchaus unzuläſſig hält und auf deren Ent⸗ fernung vor Nacht entſchieden dringt und die Erfüllung dieſer Forderung jeder andern vorangehen müßte, wenn der Herr Gouverneur auch dann vielleicht die Aufnahme des Gefangenen in dieſem Wirthshauſe zuließe.“


