Teil eines Werkes 
9. Band, Thomas Thyrnau : 3. Theil (1855)
Entstehung
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unumſtößlichen Geſetze, die willkürlich zu ändern ſelbſt nicht in die Macht der öſterreichiſchen Herrſcher gelegt ſcheinen will, ſollten, denke ich, jedem Böhmen bekannt und ehrwürdig ſein.

Ich kann mich trotz dieſes weißen Haares nicht rühmen, zu der glorreichen Epoche Karls des Vierten zu gehören aber ich habe in meiner Bibliothek eine vergelbte Kronik gefunden, in welcher die Verfaſſung des Karlſteins bei ſeiner Einweihung vor vierhundert Jahren juſt ſo verzeichnet ſteht, wie Sie mein Herr ſie jetzt noch anzunehmen geneigt ſind. Damals verdienten alle Männer der Bewachung den Namen der Kronenwächter doch Ferdinand der Zweite hat auch dieſes hohe Amt durch die Wegführung dieſer Schätze in ſich aufgehoben und ſeit hundert Jahren, denke ich, haben die Herren der Beſatzung nur die Erinnerung zu bewachen.

Ich könnte Ihnen antworten, daß dies für einen Edel⸗ mann, deſſen Vorfahren an des glorreichen Karls des Vierten Seite als bewährte Stützen des Thrones dieſer Einweihung vor vierhundert Jahren beiwohnten, Grund genug iſt, die Heilig⸗ keit eines ſolchen Ortes vor Entwürdigung zu ſchützen aber ich darf nicht annehmen, daß Sie mich verſtehen werden und möchte bezweifeln, daß dieſe Unterredung nicht eine müſſige ſei.

Unfehlbar, mein Herr, iſt ſie das! rief Thyrnau und ich habe in dieſen Mauern ſchon zu viel Anmaßung er⸗ duldet, um die Fortſetzung von Unterhandlungen zu wünſchen, die mich nur in ſo fern etwas angehn können, als ſie mich und meine Enkelin aus einer ganz unpaſſenden Lage ziehen ſollen. Ich muß bitten, daß Sie ſich ſogleich erklären, welches Ver⸗ halten gegen mich Sie glauben verantworten zu können, und Sie welchem als Polizeiboten meine Perſon übergeben wor⸗ den iſt Sie werden dafür ſorgen, daß man mir, wie mir zugeſtanden wordem iſt, eine anſtändige Behandlung widerfahren

läßt, wozu eine Wohnung für mich und meine Enkelin gehört, Thomas Thyrnan. III.

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