hatte, daß ſie mir den Karlſtein in Böhmen— meiner Heimath — angewieſen habe.“
Der Offizier ſah Thyrnau nit einem ſeltſamen Lächeln an; es ergänzte das vornehme Schweigen, wonit er dieſe Entgegnung aufnahm— er fügte hinzu:„Alle dieſe Umſtände können kein Grund werden, den Karſſtein zu einem Gefängniß
herabzuſetzen und der Herr Gouverneur halten dieſes Eindrin⸗
gen für etwas Unzuläſſiges!“
„Kann ich den Herrn Gouverneur nicht ſelbſt ſprechen?“ fragte Thyrnau—„vielleicht würde eine ſolche Nittheilung uns beſſer verſtändigen!“
„Ich glaube nicht, daß der Herr Gouverneur andere Per⸗ ſonen ſpricht, als die dazu durch Rang oder Dienſtſtellung autoriſirt ſind,“ entgegnete der Offizier.
Jetzt überzog Thyrnau's Geſicht das Lächeln des unver⸗ kennbaren Spottes und der junge Mann, deſſen ſcharfer Blick dies ſogleich auffaßte, erröthete einen Augenblick.—„Wollen Sie mir dann erklären, was der Herr Gouverneur in dieſem beſon⸗ dern Falle beſchloſſen haben?“ fragte er, und das ſorgloſe Lächeln des Spottes begleitete noch immer dieſe Worte— „Sie werden mir zugeſtehn, daß es ein eigner Fall iſt, daß ein Gefangener um die Aufnahme in ſeinem Gefängniß ſuppli⸗ eiren muß; es könnte ſcheinen, daß ihm die Freiheit von ſelbſt wieder zufiele, wenn man ſich weigere, ſie ihm zu nehmen.“
„Ueber das Recht, dieſe Freiheit Ihnen zu nehmen,“ entgegnete der Offizier kalt—„trage ich keinen Zweifel— nur über das Recht dieſes königliche, höchſt angeſehene Schloß zu einem Gefängniß der Art zu ſtempeln, habe ich den Auf⸗ trag, Ihnen die Meinung des Gouverneurs zu ſagen, und vielleicht dürfte ich bei einem gebornen Böhmen ein eingehen⸗ deres Verſtändniß vorausſetzen, denn der Karlſtein iſt der Stolz des Landes— und ſeine beſonderen Berechtigungen, ſeine


