Teil eines Werkes 
9. Band, Thomas Thyrnau : 3. Theil (1855)
Entstehung
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und bis jetzt nur in den ſeltenſten Fällen für die höchſten Per⸗ ſonen eine Art Verweiſungsort ward, zu einem Gefängniß für unbekannte Perſonen geringerer Stände ſich umwandeln zu laſſen, wodurch ſowol die Würde des Orts als die Perſon des Befehlshabers herabgeſetzt würde.

Mein Herr! ſagte Thomas Thyrnau jetztich muß ſehr erſtaunen, daß Seine Excellenz der Herr Gouverneur von meiner Ankunft ununtertichtet iſt, da einen Tag vor meiner Abreiſe der Kourier hierher abgeſchickt wurde, der die Befehle der Kaiſerin über meine Aufnahme zu überbringen hatte. Wir ſind wegen der Begleitung meiner Enkelin nur langſam gereiſt und der kaiſerliche Bote mußte einige Tage vor mir hier haben eintreffen können.

Es iſt ein ſolcher Befehl oder ſolcher Bote hier nicht eingetroffen, entgegnete der Offizierund ſeine Excellenz wollen die Möglichkeit eines ſolchen Befehls be⸗ zweifeln!

Thomas Thyrnau ſchwieg einen Augenblick, denn Magda war von dem Sprechenden erweckt worden, und ihre großen müden Augen hefteten ſich jetzt auf den jungen Mann, der dieſe letzten Worte ausſprach.

Vielleicht ſetzte er hinzu iſt bei der Abfertigung des Polizeiboten ein Verſehn vorgefallen, man hat vorgehabt, Euch nach einer andern Feſtung zu bringen, wohin der Befehl gelangt ſein mag, Euch aufzunehmen ein anderer Bote mag von der Majeſtät beordert worden ſein, dem Herrn Gou⸗ verneur Mittheilungen von der Majeſtät zu überbringen, dieſe ſind theilweis verwechſelt worden und Ihr habt nun irrthümlich einen Gefangenen hierher gebracht.

Dies Alles kann nicht der Fall ſein, entgegnete Thyr⸗ nau da ich ſelbſt die Handſchrift der Kaiſerin geſehen habe, welche dem Erkenntniß des Gerichts über mich hinzugefügt