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„Nun ſo hört Mann!“ rief das Weib entſchloſſen—„daß ich das nicht thun werde! In dem Heerd da drüben wird nur Abends, wenn die Wache ablöſt und den Nachtimbiß nimmt, Feuer gemacht— für Leute im dunkeln Rock ſind ſolche Feier⸗ lichkeiten nicht! Kaffee könnt Ihr haben, und zwar wie Alles, was hier verabreicht wird, aufs Beſte, aber die Dirne wird ihn hier trinken, oder Ihr könnt Euch auf dem Karlſtein ein anderes Gaſthaus ſuchen!“ Ein rauhes Auflachen bewies ihre Sicherheit, daß dies nicht möglich ſei, und Thyrnau, ſogleich überſehend, wie nutzlos der Widerſtand ſein werde, verließ augenblicklich das Zimmer, um Magda den Verſuch machen zu laſſen, da er ihr Wärme am Nöthigſten hielt.
Er fand ſie, den Kopf auf den Armen vornüber, auf einem der harten Tiſche liegen— liebevoll richtete er ſie auf und führte ſie hinüber. Sie ſchauderte, als ſie eintrat, aber ſie ließ ſich willig bis zum Heerde leiten, wo der Zug des Feuers die Luft etwas klärte und die Wärme das arme erſtarrte Kind wohlthätig berührte. Thyrnau bereitete ihr einen leid⸗ lichen Sitz und ſchob ſich ſelbſt einen Schemel an ihre Seite, um ſie in ſeinen Armen zu ſchützen. Das Weib beſorgte in⸗ deſſen, ohne im mindeſten für die Einrichtung ihrer Gäſte zu ſorgen, das Getränk, welches ſie Kaffee nannte, und Magda trank mit einer Art von Begierde davon, denn ſie fühlte eine Erſtarrung in ſich, daß ſie die Flamme hätte trinken mögen— dann ſank ſie an der treuen Bruſt zuſammen, in der ſie vorerſt die bedeutendſte Sorge war. Trotz dem, daß das Weib ohne alle Rückſicht ihre Küchengeſchäfte trieb, oder ihren knarrenden Haspel drehte, ſchlief Magda doch ein und Thyrnau lauſchte ſorgenvoll ihren leiſen kurzen Athemzügen. Doch nicht lange währte dieſe Ruhe, da hörte er laute Schritte, die über den Flur tönten, und als das Zimmer drüben ſich leer zeigte, trat neben ihrem Reiſebegleiter ein junger Offizier ein, in welchem


