11¹
Luft ſchwenkte, daß ein ſehr gegründetes Bedenken bei der Mannſchaft eintrat, ihm zu nahen. Jetzt näherte ſich der bis⸗ herige Begleiter des Thomas Thyrnau und bat ihn, mit ſeiner Enkelin den Raum zu verlaſſen, er wolle dann den jungen Herrn wo möglich zur Ruhe ſprechen.
Thyrnau folgte um ſo lieber dieſem Rathe, da Magda ſehr zu leiden ſchien und der trunkene Zuſtand des jungen Herrn den Streit mit ihm ſo wenig ehrenhaft machte. Beide folgten daher ihrem Führer über den Burghof, wo er ſie in ein niedri⸗ ges Gebäude einführte, welches ein Wirthſchaftshaus ſchien, und worin er ihnen ein Zimmer öffnete,— ein wüſter Raum mit Tiſchen und Bänken, der ein Gaſtzimmer des unterſten Ranges andeutete. Aber es war leer und dies machte es gegen das eben verlaſſene zur größten Wohlthat. Als ſich Beide allein ſahen, zog Thyrnau die zitternde Magda in ſeine Arme — ſie war todtenkalt und der Froſt ſchüttelte ſie— aber Keiner ſpräch ein Wort.— Magda's Herz ſtockte vor Entſetzen— Thyrnau fühlte ſich ſelbſt überraſcht über den rohen Empfang, und dachte mit einiger Unſicherheit an die Verhältniſſe, die ihn erwarten konnten. Er bat Magda, ihn los zu laſſen, um für etwas Feuer ſorgen zu können, und obwol ſie ſchauderte, ſeinen ſchützenden Arm zu verlieren, blickte ſie doch mit eini⸗ gem Verlangen nach dem kalten Heerde, auf dem kein Fünkchen glühte.— Thyrnau ging indeſſen über einen kleinen Flur in ein gegenüber liegendes Gemach, welches ſo mit Gegenſtänden überfüllt war, daß er im erſten Augenblick die Bewohner nicht herausfinden konnte.
In der Mitte ſtanden zwei angezapfte Tonnen, mit zin⸗ nernen Krügen und Weingläſern umgeben. An den Wänden waren Fächer, welche alle Beſtandtheile einer Victualien⸗Hand⸗ lung enthielten. Von der Decke herab hingen Würſte, Schinken, Speckſeiten, Tabak, Lichte, Stricke, Flachs— und Leinwand


