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der Wache mit einem Zeichen in ihrem Wappen verewigten!— Denkſt Du, die Gewohnheit ſei herunter gekommen? Wiſſe, daß noch immer nur Männer vom vollblütigſten Adel hierher berufen werden, und erfahre zu Deiner tiefen Beſchämung, daß Du mit dem zweitgeborenen Sohne des erlauchten gräflichen Hauſes Caſtiglione Paſterau zu ſprechen die Ehre haſt!“
Thyrnau hatte Magda ruhig gegen den Kamin geführt und ſie auf einer Bank niederſitzen laſſen, da Furcht und Kälte ihren zarten Körper ſchüttelten— und vor ihr ſtehend, ſo daß er ſie den unverſchämten Blicken des Offiziers entzog, wandte er ſich jetzt zu ihm und ſagte ruhig:„Deſto beſſer, mein Herr, wenn Sie ſich eines edlen Namens zu rühmen haben, ſo werden Sie das Unglück und die Unſchuld nicht ſchmähen wollen.“
„Ja, Unglück!“ rief Paſterau—„alle Verbrecher ſind blos unglücklich— das iſt die alte Geſchichte!— und ſolche Mädchen, die auf der Landſtraße nachziehen, und zur Beſatzung einer Feſtung gethan werden, deren Unſchuld ſollen wir anbe⸗ ten?— Du biſt ein alter Schwachkopf, und ich werde Dich lehren, wie wir's mit Dir und ſolchen Dingern von Mädchen hier halten!“
„Genug!“ ſchrie Thyrnau hier mit einer ſolchen Donner⸗ ſtimme, daß Paſterau zurück prallte und die Soldaten von ihrer Bank in die Höhe fuhren, als hätten ſie den Signalſchuß ge⸗ hört—„Ihr Betragen überſchreitet völlig Sitte und Recht— und ich werde mich darüber beklagen, wenn Sie nicht augen⸗ blicklich uns vor den Gouverneur führen, der Ihrer Rohheit Einhalt thun wird.“
„Schmeißt ihn hinaus! ſchmeißt ihn in den Felſenkeller!“ rief der Offizier wüthend, denn das erſte Frühſtück hatte ſchon mit einer zu reichlichen Portion geleerter Flaſchen ſeine Sinne umnebelt.— Thyrnau aber rief den Soldaten zu, ſich zu hüten, indem er einen hölzernen Schemel mit ſolcher Leichtigkeit in der


