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grund dieſes Geſetzes: in jener fernen Vorzeit waltete nur ein, ſehr geringes geiſtiges Verhältniß zu den Frauen ob— die Barbarei der Zeit hatte ſie in eine Sphäre gedrängt, worin ihre volle Naturberechtigung erdrückt, ſie den Anſchein niederer Be⸗ fähigung trugen und dadurch zu den Männern nur in einem ganz rohen phyſiſchen Verhältniß blieben, welches doch grade von unſerm leicht verführbaren Geſchlechte abgehalten wer⸗ den ſollte.“ 6
Thyrnau hatte Magda nit dieſer Entgegnung zum Schwei⸗ gen gebracht, aber ihrem arbeitenden Geiſte die Betrachtung dieſer neuen Erſcheinung zu entziehen, wollte er eben ſo wenig, als er es vermocht hätte.
„Sieh,“ fuhr er fort—„wie lieblich hier das Thal aus⸗ mündet und an den Ufern der Beraun ſich hinzieht bis zu dem kleinen Städtchen Budnian, welches um ſeine Kirche, wie eine ſchlechte Einfaſſung um ein Juwel, liegt.“
„Ja,“ ſeufzte Magda bewegt auf—„hier iſt Ruhe! hier verſtehe ich zuerſt, was einſam iſt!— Ob hier wohl Vögel ſin⸗ gen? Ob die Forelle hier wohl im Bache rauſcht?— ob der Wind hier eine Stimme hat und der Regen nicht die Tropfen anhält, ehe ſie niederfallen? Denkſt Du nicht, das welke Blatt müſſe ſich beſinnen, ehe es zur Erde ſinkt, und die Bienen müßten umkehren an den vier Bergen, über denen noch immer das geheimnißvolle:„Fern ab von der Feſte!“ erklingt.“
„Wir werden es ja erfahren“— ſagte lächelnd Thyrnau, denn er freute ſich, daß die verſtummte Magda in ihre alten Rhapſodien verfiel.
Schon ſahen ſie, daß der Wagen in das erſte Gitterthor eingelaſſen ward, und ihr Begleiter forderte ſie nun auf, den⸗ ſelben Weg anzutreten.
Als ſie niederſtiegen in das Thal, unfing ſie eine feuchte Kälte; die Sonne ſtand noch niedrig, die hohen Berge hielten


