Teil eines Werkes 
9. Band, Thomas Thyrnau : 3. Theil (1855)
Entstehung
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iedes Wächters verbürgt ward. Der gewundene Weg, der in den Felſen gehauen vor ihnen lag, war zugleich der einzige, der in das Innere führte, und ſein Eingangsthor, über dem ſich des erſten Wächters Behauſung erhob, war mit einem Fall⸗ gitter verſchloſſen. Schweigend blickten unſere Wanderer auf ihre zukünftige Wohnung und hörten den Erklärungen zu, die ihr Begleiter ihnen zu machen ſuchte. Die vier Höhen, die das

Schloß umgaben, waren befeſtigt und beherrſchteu das ganze

Berauner Thal auf den höchſten Punkten befanden ſich kleine Wachthäuschen, worin ſonſt Tag und Nacht die alle Stunden abgelöſten Wächter unverwandt in die Ferne blicken mußten, und bei Lebensſtrafe gehalten waren, keinen Fremden nahen zu laſſen. Bei jeder Ablöſung tönte der ernſte Ruf in die Berge hinab:Fern ab von der Feſte! daß kein Un⸗

glück geſchehe! und die Nachbarn der heil'gen Feſte

kannten dieſen Todesruf, der, unbeachtet gelaſſen, einen ſichern Pfeil aus dem geſpannten Bogen nach ſich zog. Jetzt wo dies einſt ſo drohend beſchützte Heiligthum dem Einfluſſe der Zeit ſich hatte überliefern müſſen waren die Befeſtigungen unbewacht und zeigten dem erfahrenen Auge ihren unbeachteten Verfall, wer aber von ihrem Rücken auf den großartigen Bau ſchauen und ſich in das tieffinnige Gemüth Karls des Vierten, ſeines großen Erbauers, verſenken konnte, dem mußte noch immer ſcheinen, der Geiſt eines großartigen Geheimniſſes ſei hier dem rieſigen Geſtein auf eine unzerſtörbare Weiſe eingeprägt, und dem Eingeweihten werde ſich ein Zeugniß zu erkennen geben, welches dem profanen Auge in myſtiſches Dunkel gehüllt bliebe. Thomas Thyrnau ſah mit tiefer Bewegung auf das Haus des einſt ſo mächtigen Meiſters er kannte den Dienſt, dem auch er angehörte, und verſtand die Löſung der Zeichen, die er zu ſinden gewiß war. Das ahnungsvolle Kind an ſeiner Seite fühlte ſogleich dieſen EinflußAch! ach! ſtammelte ſie