machſt aus ihr ein eitles gefallſüchtiges Weſen, was ſtrafen will, wenn man ihr die Huldigung verſagt— und doch iſt ſie die ſanfte wohlthuende Mutter, die ihre weichen Arme grade ihren müden kranken Kindern ausbreitet und ſie austräumen läht an ihrem Buſen und ſie anſpruchlos von ihren Schätzen nährt, uneingedenk, ob ſie die Größe und Güte ihrer Gaben im vollen Maaße ſchätzen und ihr danken werden.“
Unter Magda's Augenliedern perlten ein paar Thränen hervor. Sie ſtreckte die Hand nach ihm aus und ſagte:„Dann wird es wohl anders ſein, vielleicht darf ich mich nicht erweichen — ich kann denken, gäbe ich der ſüßen, milden Ratur nach, da brächen die letzten Stützen weg— ſo müſſen Bäche entſtehn— die Sonne lockt die dünne Rinde weg, da ſtürzt der Quell her⸗ vor— ach! Großvater, Deine Magda löſte ſich auf, ſie würde ein Bächlein, das vor Deinen Füßen wegflöſſe.“—
Wie weh thaten ihm dieſe Worte— aber er lächelte und ſagte:„Was Du wohl für hübſche Blumen an Deinem Rande blühen ließeſt— ſieh nur, gewiß dieſe blauen mit dem lieben Namen die wären für mich, und den Crocus mit violetten und gelben Blumen, und die weiße Nymphea, die ließeſt Du tanzen auf Deinen Wellen— und die kleinen weißen Sterne mit dem rothen Rande—“
„Die Maaßliebchen!“ ſagte Magda und lächelte wie ein
Kind, dem man von ſeinem Spielzeug erzählt—„weißt Du wohl,“ ſagte ſie noch lächelnd—„um den See in Tein?“
Doch kaum war der geliebte Name, der ihre heimliche Sehnſucht umſchloß, über ihre Lippen, ſo ſtieß ſie einen Schrei aus, als zertiſſe iyr Herz und ſtürzte ſich an Thyrnau's Bruſt, der ſie ſtumm mit ſeinen Armen umſchloß.
„Denke Deinen Schmerz nur recht aus, mein liebes, liebes Mädchen,“ ſagte Thyrnau ſanſt—„dann wird Dir beſſer werden und Du kommſt auf den Grund Deines


