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vier Berghöhen führte, in deren Keſſel das Plateau ſich erhob, auf dem der merkwürdige und hiſtoriſch bedeutende Karlſtein erbaut war. Es war alſo der letzte Tag ihrer Freiheit, in einer Stunde unſchloß ſie vielleicht ſchon die feſte Burg des alten Königſitzes, und es war ihm, als müſſe er das geliebte Kind noch feſt halten in der lieblichen Natur, ſie noch gegen die belebenden Strahlen der Sonne wenden, ihr noch Blumen pflücken, ſie auf Moos ruhen ſehen.
Da bemerkte er, wie ſie einem Baume zuſchritt und ſich dann erſchöpft gegen ſeinen Stamm lehnte. So unbedeutend konnte das ſcheinen und es zerſchnitt Thyrnau's Herz— hatte ſie jemals Ermüdung gekannt— war ihr ein Weg je zu hoch, zu ſteil, zu lang erſchienen? und heute verließ ſie ſchon die Kraft, und ſo kurz zuvor erſt hatten ſie das Nachtlager verlaſſen, ſo viel kürzere Zeit noch war ſie gegangen.
„Biſt Du ermüdet, mein Kind!“ redete ſie Thyrnau an— „tuhe hier auf meinem Mantel im Mooſe— das iſt ſo weich!“
„Laß das, Großvater!— ich denke, wir ſind bald dort, da kann ich lange ruhen— ich weiß nicht, ob ich müde bin, der Athem nur hat keinen freien Zug— ich wollte mich grade rücken an dem Baum, mein Kopf iſt ſo müde!“
„Schau umher, mein Mädchen!“ ſagte Thyrnau—„der Morgen iſt ſo ſchön und der Weg hat ſeine Reize!“
„Ich ſehe wohl!“ ſagte Magda und ſchlug die Augen nach flüchtigem Umblicken zur Erde—„aber mir wird wohler ſein hinter Mauern.— So viel Schönes kann recht ängſtigen, es will nichts umſonſt ſein, wir ſollen auch geben, eben Freude daran— es ſtraft uns, wenn wir nichts davon haben—
glaub' mir, eben dieſe Schönheit macht mir die Bruſt ſo weh und beklommen!“
„Vielleicht, ſagte Thyrnau milde—„würdeſt Du von der gütigen Natur anders denken, wenn Du ſie nicht fürchteteſt. Du
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