Teil eines Werkes 
8. Band, Thomas Thyrnau : 2. Theil (1855)
Entstehung
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Dies ſchien ein Abſchied, wenn Magda ihn verſtanden hätte ſie blieb aber ſtehn und ſchaute die Kaiſerin ſinnend an und nach der Zurückweiſung, welche die Gutenberg erfahren, wollte Niemand einſchreiten, am wenigſten die Prinzeſſin, die begierig war, das Mädchen zu ergründen.

Die Kaiſerin aber war von der Neuheit dieſer Begegnung ſo eingenommen, daß ſie abzuwarten ſchien, ob ſie nicht noch etwas Anderes mit ihr erleben werde.

Du haſt noch etwas auf dem Herzen, ſagte ſie nach einer kleinen Pauſeich erlaube Dir, Dich frei zu äußern.

Magda ſchmiegte ſich ungemein lieblich vorn über in⸗ dem ſie ihr Geſicht mit faſt bittender Miene aufhob, ſagte ſie: Ich möchte ſo gern wiſſen, was Du mit meinem Großvater machen willſt?

Nun, ſagte dieſe lächelndich ſchicke ihn vorerſt mehr wie einen Prinzen, denn wie einen Staatsgefangenen nach einem meiner feſten Schlöſſer!

Auf fünf Jahre, ſagte Magda ſchnellaber dann wirſt Du ihn dann bei Dir behalten, wird er in Deinem Rathe ſitzen und ſeine Weisheit verkündigen wird er dann an der rechten Stelle die großen erhabenen Pläne für ſein Vaterland ausführen können, die ſein ganzes Leben erfüllt haben? Sage mir das, große Kaiſerin, und wenn Du ſo eine rechte Kaiſerin biſt, wie Du gewiß danach ausſiehſt dann nimm Dir doch ja das Beſte, was Du haben kannſt, weil, was von Dir ausgeht, dann auch das Beſte werden wird.

Meinſt Du, ſagte Maria Thereſia weichglaubſt Du, daß wir ſo glücklich und begünſtigt ſind, daß wir bloß das Gute zu kennen brauchen, um dann uns in ſeinen Beſitz zu ſetzen?