„Ja, das meine ich,“ entgegnete Magda, die Hände vor der Bruſt faltend—„und wenn Du das Gute erſt kennſt
und es bis zu Dir gelangt iſt, dann iſt gar kein Verlieren mehr
möglich, dann hältſt Du es in Deiner ſtarken Hand und Dein Geiſt hat Vergnügen daran— darum denke ich—“
Sie ſchwieg.„Nun,“ ſagte die Kaiſerin—„was denkſt Du?“
„Ich denke es nicht,“— ſagte Magda, die Augen ſen⸗ kend—„mir hat es geträumt— Du ſaßeſt in einem Dom, der hatte himmelhohe Gewölbe und wo ſie ſich ſchloſſen an der Decke, da ſtanden Sterne, die leuchteten— ſonſt war wenig Licht— nur der Altar hatte viele tauſend Kerzen, und Du ſaßeſt ſtill andächtig davor und hatteſt die Krone auf und den Mantel mit Sternen beſäet, und den Scepter, den hielteſt Du mit den gefalteten Händen gegen die Bruſt gedrückt. Die Kirche aber lebte und wogte von gar vielen Menſchen und Alle waren in dem Halbdunkel eine Maſſe. Da hobeſt Du das Haupt von der Bruſt und die Augen zur Decke— das ſahen die Sterne an den Gewölben, und jeder, den die Reihe traf, der ſandte Dir einen Strahl, der fiel in Deine Krone, und jedesmal leuchtete Dein Haupt davon— dann nahmſt Du das Scepter und wieſeſt in die wogende Maſſe— und dann ward die Stelle hell und erleuchtete ein Menſchenantlitz— dann trat ein Mann oder eine Frau hervor— die grüßten Dich und ſetzten ſich ſtill um Dich her und ſie hatten alle weiße Mäntel an. Und als Du das oſt wiederholt und alle Plätze im Kreiſe um Dich gefüllt, da war dieſe Stelle, als ginge nun das Licht von ihr aus, und klärte das Dunkel auf, das in dem Dome lag— und Du ſprachſt nicht mit Worten, ſondern mit dem Scepter; bald faßteſt Du ihn kürzer, bald länger, bald zeigteſt Du ſanft, bald zuckteſt Du damit, daß es blitzte ſo deutlich
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