Teil eines Werkes 
8. Band, Thomas Thyrnau : 2. Theil (1855)
Entstehung
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ich mir lange vorher, ehe es an mich kommt, Alles vorſtellen, wie es ſein könnte der Großvater ſagt, es geräth auf dieſe Weiſe immer ſchöner, als es ſich hinterher ausweiſt und doch räth er mir nicht ab davon es iſt gut, ſagt er, mit dem Beſten anfangen man kann es lang behüten, glaubt er, und das Geringe kann ſich nicht wohl daneben einrichten!

Gott behüte Dich, mein Kind, ſagte die Kaiſerin und ſtrich mit der Hand über die Augenauch darin iſt Thomas Tyyrnau ein ungewöhnlicher Menſch, daß er ein Mädchen er⸗ ziehen konnte wie Dich. Sag' mir, hat Dir der Graf Kaunitz ſchon geſagt, daß ich Dir erlaube, mit Deinem Großvater nach dem Karlſtein zu gehn?

Ach, ja wohl! rief Magdaich wollte Dir ſo gern dafür die Hand küſſen.

Mein Kind, rief die Gutenbergdas darf Nie⸗ mand.

Laß das, Gutenberg, unterbrach ſie die Kaiſerin, komm näher, und hier haſt Du meine Hand bin ich auch nicht ſo göttlicher Natur, als Deine Phantaſie geträumt, ſollſt Du Dich doch nicht ſo gar bitter getäuſcht finden, daß Du auf dem Felſen der Etiquette ſcheiterteſt damit reichte ſie ihr die Hand, die Magda knieend aber zweimal inbrünſtig küßte dann zog die Kaiſerin eine goldene Miedernadel aus einem Futteral und gab ſie ihrdamit Du ein Andenken haſt von mir, fuhr ſie fortund das merke Dir was Dir auch vorkommen mag im Leben, Du ſollſt immer das Recht haben, Dich an mich unmittelbar wenden zu können, und wo eine Kaiſerin helfen kann, da ſoll es Dir geſchehen! Das ſage auch Deinem Großvater, und wenn es ihm tröſtlich iſt, dann füge hinzu, daß ich es auch um ſeinet⸗ willen thue.