Teil eines Werkes 
8. Band, Thomas Thyrnau : 2. Theil (1855)
Entstehung
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Ableitung zu nennen iſt Du könnteſt, wenn Du tiefer ſäheſt, als die Andern, ohne Rechenſchaft und ohne daß es Dir Jemand wehren dürfte begnadigen!

Das habe ich auch, fuhr die Kaiſerin fortund habe es angewandt für Deinen Großvater, und in lichem Maaße!

Das ſagt er auch, entgegnete Magda ruhig.

Und Du glaubſt uns beiden nicht? fragte die Kaiſerin.

Gewiß glaube ich Euch, ſagte Magdaich hatte es mir nur anders gedacht und ſo viel ſchöner! Es macht mich nun traurig, daß eine Kaiſerin nicht ſo kann, wie ich es mir gedacht!

Du haſt auch wohl zu viel vorausgeſetzt, ſagte die Kaiſerin mit großer Milde.

Ja wohl! rief Magdaaber wie ich Dich zuerſt er⸗ blickte, da glaubte ich erſt Alles recht! Du ſaheſt ſo göttlich aus mit Deinem weißen Geſicht und den großen blauen Augen die Sonne folgte Dir, obwol Du von ihr gewendet gin⸗ geſt aber der ſchöne purpurrothe Sammetmantel, der um

Deine Schultern hing, der glühte in ihren Strahlen und es war, als ob Dich ein glänzender Schein umgab das Thor, dem Du Dich näherteſt, das glühte auch in einem wunderbaren Lichte, ich traute Dir zu, daß Deine Annähe⸗ rung es erleuchtete und das Kreuz grüßte Dich und die Geiſtlichen wurden geſegnet von Dir! ach! wie war ich ſo froh, daß meine Kaiſerin, wie ich ſie mir gedacht, zurückſtehen mußte gegen Dich!

Mädchen, ſagte Maria Thereſia mit großer Du biſt eine Schmärmerin.

Warum nicht? ſagte das Mädchen.Denkſt Du nicht gut von Schwärmern? ich bin es gewiß! immer muß