mich zur Geſellſchaft meines bis heute— einzigen Freundes, meines Thomas Thyrnau, nach dem Karlſtein zu ſchicken, da⸗ mit ich ihm durch meine Erheiterungen meinen Dank, meine Reue ausdrücken könnte, da ſeine großmüthige Aufopferung für mich ihm den Haß und die rachſüchtige Verfolgung des Fürſten von S. zugezogen hat.“
„Das war ein Gedanke, der Eurem Herzen mehr Ehre bringt als Eurem Kopf,“ ſagte die Kaiſerin—„denn die Eskorte unſerer Muhme für einen Staatsgefangenen, einen Mann, der nur ſo eben ſchwerer Anklage entronnen und fünf Jahren Arreſt ſich unterziehen muß, möchte ein zu auffallender Widerſpruch ſein, um ihn auf uns laden zu dürfen. Da der Karlſtein jedoch kein Gefängniß iſt, ſondern ein feſtes Schloß unſerer Vorfahren, möchte um ſo eher ein Beſuch von Euch ſpäter dahin einzuleiten ſein, da ich mit dem jungen Grafen
von Lach einige Pläne auf Thomas Thyrnau und deſſen Aufenthalt im Karlſtein gefaßt habe— und da er ein jun⸗ ger Ehemann iſt und die Gattin Luſt haben könnte, ihrem Gemahl zu folgen, ſo könntet Ihr ſie wohl begleiten, da Ihr ja ohnehin verwandt ſeid.“ Das Blut ſtieg der Prinzeſſin bei dieſer Rede ſo mäch⸗ tig empor, daß die Kaiſerin es ſicher gewahrt hätte; da aber Frau Gutenberg eben den Kammſtrich der Prinzeſſin reſtaurirte, ſtand ſie mit ihrer ganzen Breite vor derſelben und entzog ſie ſo der Beobachtung. „Das junge Mädchen,“ fuhr die Kaiſerin fort—„die
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Enkelin des alten Thyrnau, hat mich aber durch Kaunitz bitten laſſen, ihren Großvater nach Karlſtein begleiten zu dürfen, und das habe ich geſtattet, und es wird vorläufig Eure Sorge um Thyrnau's Einſamkeit mildern— auch, denke ich, ſoll der junge Lach ihm bald folgen. Kennt Ihr das Mädchen?“
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