Teil eines Werkes 
8. Band, Thomas Thyrnau : 2. Theil (1855)
Entstehung
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thöricht Herz vom Verderben gerettet es ahnet mir, daß ein Gedanke an Dich künftig mich von allen Thorheiten ab⸗ halten wird!

Die Kaiſerin küßte die Stirn der Prinzeſſin und es ſtahl ſich eine Thräne aus ihren ſchönen Augen. Es war ihr ſo wohl gelungen, was ſie gehofft, zu erreichen und heftige Perſonen fühlen ſich immer am glücklichſten, wenn ſie ſich ſagen dürfen, blos milde geweſen zu ſein.Es freut mich, The⸗ reſe, daß Du mir ſo zugethan ſein willſt ich werde da den Namen Mutter, den ich gern von Dir höre, verdienen können denn ohne die Liebe, das Vertrauen eines Kindes erreicht keine Mutter ihre guten Abſichten.

Beides! beides! wird der Inhalt meines Herzens blei⸗ ben für meine angebetete Kaiſerin, ſo lange ich lebe

aber noch bin ich betäubt und außer mir über die große

Gnade Euer Majeſtät, und Alles, was ich thue und ſage, wird ganz unpaſſend ſein

Faſſe Dich, mein Kind! erwiederte die Kaiſerin und Du, Gutenberg, ſitze da nicht im Winkel und weine Dir die Augen blind, ſondern ſtecke Deinem Liebling das Haar zurecht, ſonſt glauben die guten Hofleute, wir haben unſere Muhme gezauſt während dem Prinzeſſin werdet Ihr Euch beſinnen, wenn Ihr noch etwas auf dem Her⸗

zen habt. Ich hatte in Wahrheit viel darauf, als ich kam, ſagte die Prinzeſſin unter den Händen der Gutenbergund ge⸗

wiß, mein Dank für die Abreiſe des Fürſten von S. war die Hauptſache außerdem dachte ich daran, Euer Majeſtät wür⸗ den froh ſein, mich los zu werden da ich nun um keinen Preis wieder nach Paris wollte oder nach D., wo wir den Fürſten von S. nah' haben, wollte ich Euer Majeſtät bitten,