Teil eines Werkes 
8. Band, Thomas Thyrnau : 2. Theil (1855)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Gefahr retten konnte und ehe Lach von dem Geheimniß, was vor ihm in einem verſiegelten Käſtchen lag, Kenntniß neh⸗ men konnte, forderte ſie von mir ſeine Vernichtung, und bevor der junge Mann zur Beſinnung kam, loderten die beiden Teſta⸗ mente und all' die wichtigen Dokumente, die dazu gehörten, im Kamin in hellen Flammen auf.

Heil'ger Gott! rief die Kaiſerinverſteh ich recht, ſo war das Euer ganzes Vermögen!

Es war der bei weitem größte Theil deſſelben es war der Werth der Herrſchaft Tein! Mein Vater beſaß großes Ver⸗ mögen ich hatte es vermehrt es deckte kaum die zu löſenden Verpflichtungen Lacy hatte dazu noch einige, nicht zur Herr⸗ ſchaſt Tein gehörige kleinere Güter verkauft nur dies große Beſitzthum, wo wir ſchon unſere Pläne in der zweiten jetzt heran⸗ wachſenden Generation anfingen verwirklicht zu ſehn nur dieſes wollten wir nicht wieder in die Hände fremder Willkür und Rohheit zurückfallen ſehen, daher kaufte ich es, und mein alter Freund nannte ſich ſeitdem nur noch meinen Intendanten.

Mann, rief die KaiſerinIhr alſo ſeid der Beſitzer von Tein arm iſt dieſer Lacy und Ihr habt ihm dieſe Beſitzung zurück geſchenkt und er weiß nichts davon und Ihr ſeid jetzt vielleicht der Arme? Hört! Ihr ſeid Einer wie mir ſelten vorgekommen ſeht mehr Unrecht wie Recht kommt uns vor, und was Ihr thatet, iſt ſo unglaublich!

Ja! unterbrach Thyrnau ſie faſtich will Euer Majeſtät einen Zeugen ſtellen unter dem Siegel der Beichte kannte der Pater Hieronymus vom Prämonſtratenſer Orden zu Prag das Geheimniß, denn das Mädchen, was damit genährt ward von uns Beiden will ich Euer Majeſtät nicht nennen!

Doch! doch! ſagte die Kaiſerinich kenne das Mäd⸗ chen geſtern redete ſie mich auf meinem Kirchweg an und bat mich, Euer Gefängniß theilen zu dürfen. Ihr ſeid Beide