Teil eines Werkes 
8. Band, Thomas Thyrnau : 2. Theil (1855)
Entstehung
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Sonderbar! ſagte die Kaiſerindoch Kaunitz hätte Euch an Verſchwiegenheit ſicher ſein müſſen!

Aber er iſt ein Edelmann wie Lacy ſelbſt, und ich durfte nicht dulden, daß es Einen gab, ſelbſt den Edelſten nicht, der um die beſondere Stellung des Grafen Lach wußte, die ich gewagt, ihm zu verbergen. Nur Euer Majeſtät auf dem er⸗ habenen Standpunkt, der Sie zugleich iſolirt und über alle Verhältniſſe Ihrer Unterthanen ſtellt, nur Euer Majeſtät durfte ich dieſes leicht verletzliche Schickſal des jungen Mannes anvertrauen hier allein hörte jedes Zuſammentreffen der Intereſſen auf.

Thomas Thyrnau entwickelte nun mit Klarheit und Ein⸗ fachheit den Gang der Begebenheiten, die wir bereits kennen. Die Aufopferung ſeines Vermögens, um die Verpflichtung in Frankreich zu tilgen und dafür die Uebernahme der Herr⸗ ſchaft Tein! Wie er getrachtet, Lach an ſeine Beſitzungen zu feſſeln, wo er ſo nützlich zur Förderung ihrer Pläne geweſen, wie endlich unter ihnen der Heirathsplan entſtanden ſei, den ſie durch gegenſeitige Teſtamente geſichert, wodurch die Erbin von Tein die Gemahlin des letzten Lach werden ſollte und die Be⸗ ſitzungen dadurch in dieſelben Hände zurückgekehrt wären. Er ſchildertete der Kaiſerin ſodann mit der Wärme des Gefühls den verhängnißvollen Tag, wo Lach in Tein ankam und ſein Verlöbniß mit der Fürſtin Morani eingeſtand.

Es war ein ſchwerer Augenblick, fuhr Thomas Thyr⸗ nau fortaber er enthielt, während er all meine Pläne und Hoffnungen zertrümmerte, einen herrlichen Lohn in ſich das Mädchen, das ihm beſtimmt war, die wir Beide mit unſerer Liebe, mit unſerer Geſinnung und allem Geiſte, der in mir und Lacy lebte, genährt ſie bewährte ſich in ihrem erſten und größten Seelenſchmerz! Noch früher als ich ſelbſt entſchied ihr richtiges Gefühl, was uns aus ſo drohend aufſteigender