ſprechen, doch wollen wir uns durch ſeine Gegenwart nicht hindern laſſen zu bemerken, daß wir gerade eine Verſchuldung gegen unſere Perſon und gegen unſere Regierung nicht wohl herauszufinden wiſſen— wenn— ſtelle ich die unerläßliche
Bedingung— Thomas Thyrnau ſich entſchließt, den Nachweis
zu geben, woher die Geldmittel floſſen, die ſo bedeutenden Rückhalt andeuten— und wenn ſich bei genauer Unterſuchung darthut, daß ſie zur Tilgung der damals vom Grafen von Lacy gegen den Willen der Betheiligten unternommenen Ver⸗ pflichtungen dienten. In dieſem Falle ſehe ich dann einigen mil⸗ dernden Vorſchlägen meiner Miniſter über das fernere Schickſal eines Mannes entgegen, den wir geneigt ſein werden, mehr für unbeſonnen als ſchuldig zu halten.“
„So werde ich verurtheilt bleiben,“ ſagte Thyrnau ruhig und feſt—„denn ſo Gott mir helfe, werde ich nur in dem einen Falle, den ich gewagt auszuſprechen, dieſe Erklärung abgeben!“
„Heil'ger Himmel, welch ein hartnäckiger Mann!“ rief die Kaiſerin lebhaft—„ſo müſſen wir ganz aufgeben, ihn unſere Milde erfahren zu laſſen.“
Jetzt trat Kaunitz vor—„Ich wage Eure Majeſtät an Dero eigene Worte zu erinnern— daß ein Monarch wie die Gottheit ſelbſt ſich die abſonderlichſten Formen der Verehrung muß gefallen laſſen— Euer Majeſtät haben immer nur das höchſte Vorbild vor Augen— wo wäre ein Zeichen zu finden, daß der Geringſte weg gewieſen würde von der höchſten Stelle, wo er ſich zu entlaſten denkt.“
„Und Thomas Thyrnau!“ ſagte die Prinzeſſin.
„Auch Ihr?“ unterbrach ſie die Kaiſerin und blickte milde auf Beide.—
„O! ich,“ fuhr die Prinzeſſin bewegt fort—„wer hat denn auch mehr Recht, für ihn zu bitten— Hört ihn, meine
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