Teil eines Werkes 
8. Band, Thomas Thyrnau : 2. Theil (1855)
Entstehung
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darüber, daß ſein Geiſt ſelbſt eine gewiſſe Liſt und Schlauheit entwickeln konnte.

Doch waren alle Verſuche dieſe Entwickelung, die Magda in ihrer Gewalt hatte, auf andere Gegenſtände zu übertragen, vergeblich! Für die übrige Welt blieb er taub und blödfinnig, und ſeine Treue, Güte und Unſicht erhob ſich, wie geſagt, nicht über die eines gelehrigen Hausthieres, wozu noch nach Magda's Entfernung jeder Zeit eine höchſt trübe Periode ein⸗ trat, in der man ihn zwingen mußte zu eſſen, um ihn gegen Verhungern zu ſchützen, und wo das Aufblitzen intelligenter Kräfte völlig wieder zurücktrat.

Auch jetzt war er wieder in die gleichgültige Ruhe verſenkt, aus welcher er dann nur durch Magda zu wecken war, und dieſe hatte ſich auf die Plattform ihres Thurmzimmers zurückgezogen; ſie beobachtete den Weg, den der Großvater kommen mußte, und den ſie über die Wipfel des Waldes hinweg ein Stück in das Dorf hinein von dort aus verfolgen konnte. Jedoch ſah ſie den Erwarteten nicht; ſtatt ſeiner aber den Pater Hierony⸗ mus, den alten Arzt, ihren Reiſegefährten. Seine Ankunft war ihr ein Troſt; denn unheimlich hatte ſie der fremde Gaſt aufgeregt, und trotz dem, daß ſie ihn ſo mit all den kleinen Wortgeſchützen, die ihr zu Gebote ſtanden, angegriffen hatte, fühlte ſie doch keineswegs— und vielleicht eben darum nicht, weil ſie ſich zu Anfang gleich ſo verſchoſſen hatte— eine große Sicherheit, und ſie lief daher die kleine halsbrechende Treppe, die, in ganz rohe Stufe gehauen, ſich von Außen her um den Thurm herumzog, eilig herab, und durch den Wald einen Sei⸗ tenweg nehmend, erreichte ſie das Maulthier des guten Hiero⸗ nymus, ehe er ſich dem Vorplatz des Hauſes nähern konnte.

Bei ihrem Anblick ſtieg der Alte ſogleich von ſeinem Sattel, und dem Maulthiere die Zügel überwerfend, ſicher, daß es allein den bekannten Stall finden werde, folgte er ſeinem