Teil eines Werkes 
8. Band, Thomas Thyrnau : 2. Theil (1855)
Entstehung
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ſah. Bezo hatte er ſich ſelbſt getauft, denn es war das erſte Wort, das er zum Menſchen zurückkehrend herausſtieß. Dabei war er ein Meiſter im Rennen, Klettern, Springen und außer⸗ dem lernte er manche Geſchicklichkeiten; er ſchnitt zierlich in Holz aus, er putzte die Gemüſe, er ſäuberte und pflegte die Hunde und Vögel, er war unſchätzbar auf der Jagd und ſchoß, als ſei es ihm angeboren, mit einer Schärfe des Blicks und einer Schlauigkeit der Berechnung, daß ihn kein indianiſcher Wilder hätte zu übertreffen vermocht. Dagegen liefen Magda's Be⸗ mühungen, ihn leſen zu lehren, ſchlecht ab; er ſah ſie immer ſtarr an und lachte wie ein Wahnſinniger zu ihren Bitten, ihr zuzuhören. Doch hatte ſie ihm einige Gebete beigebracht, die er zuweilen herſagte, wenn er ſie ſah, und regelmäßig jeden Morgen und Abend auf ſeinem Lager. Sie hoffte, er habe durch ihr Bemühen eine Ahnung von dem höchſten Weſen, wozu Alle liebevoll ſchwiegen, obwol es den Meiſten ſchien, daß er Magda für das hielt, was ſie als erwachendes Bewußtſein für die Güte Gottes auffaßte.

Seine Liebe zu ihr war die entwickeltſte Erſcheinung in ihm, und da Magda ſie nicht ahnte und in ihrem menſchen⸗ freundlichen Eifer ſeine Erziehung im Sinne hatte, fehlte es nicht, daß ſich ihren Bemühungen oft überraſchende Zeichen er⸗ weckten Bewußtſeins zeigten. Er hatte ſie bei ihrer Anweſen⸗

heit immer im Auge, ja er nahm ihre Nähe mit einer Schärfe

der Sinne wahr, die über die Verrichtungen des Gehörs und Auges gingen, und zeigte ihre Annäherung immer durch eine ſeiner neckiſchen Nachahmungskünſte an, ent⸗ weder durch das Nachſingen eines Vogels oder durch Bellen und Miauen. Er, der ihren Bedürfniſſen ſo fern ſtand, erkannte oft Beziehungen, die ihr läſtig oder hinderlich werden konnten, mit einer inſtinktartigen Schärfe, und die Art, mit der er ſich anſchickte, ſie davon zu befreien, belehrte erſt