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ganz blöde er vor ſich hinſtarrt; jetzt iſt der Jagdhund an ſeiner Seite klüger als er.“
Das war eine traurige Wahrheit.— Bezo war eine Waiſe — ein Findling, wie der Krieg ſie oft auf ſeine Straße ſtreut. War es frühere Verwahrloſung, waren ſpätere ſchreckliche Ein⸗ drücke aus den Verheerungen dieſer Zeit, Veranlaſſung— man fand ihn den wilden Thieren ähnlich, von Wurzeln lebend, unter den Bewohnern des Waldes, die ihn duldeten wie einen Gefährten, deren Futter er theilte, unter denen er wie unter ſeines Gleichen ſchlief. Jäger hatten ihn gegen den Winter auf den Futterplätzen entdeckt und nach vieler Mühe endlich eingefangen. Menſchenfreundlich hatten die Bewohner des Dohlenneſtes ihn aufgenommen. Lange dauerte es, ehe er nur die Sprache wiederfand, ehe er es ertrug, unter Menſchen, unter einem ſchützenden Dach, in wärmenden Kleidern zu leben. Nach und nach tagte ſein Bewußtſein; aber, obwol fortgeſetzt gütig behandelt, erhob ſich ſein Verſtand doch nur bis zu den Verrichtungen und Beobachtungen eines klugen Hausthieres. Dennoch war er von Allen geliebt, denn er hatte auch alle Tu⸗ genden dieſer Thiere— anhänglich, wachſam, aufopfernd, unverdroſſen; und ſo bildete ſich bald ein kleiner Kreis für ihn, in welchem er thätig ward und worin, durch das ſich immer mehr entfaltende Bewußtſein des Herzens, ſich oft Blitze eines höhern Zuſtandes zeigten, die, freilich ohne Zuſammenhang, auch nichts in ihm förderten, weshalb man ihn endlich gewähren ließ, erwartend, was er ſelbſt gelegentlich an ſich entfalten würde. Wie alt er ſein mochte, war ſchwer zu beſtimmen. Seine Natur war zurückgedrängt, die Beine ktumm und dünn, die Arme lang und der eine kürzer als der andere. Das Geſicht war gelb, alt und von thieriſchem Ausdruck; dennoch ſchätzte ihn der Arzt jetzt erſt höchſtens zwanzig Jahr und ein Fremder wußte beim erſten Anblick nicht, ob er ein Kind oder einen Greis


