20
Athem war ſchwer und dumpf töchelnd, als koche es in der breiten Bruſt, und die Rüſtern ſchnauften, als entlüden ſich durch ſie Rauchſäulen von dieſem glühenden Heerde.
Die alten Diener fühlten ſich durch dieſen Gaſt ungemein in ihrer Würde gekränkt. So ungebührlich das Haus ihres Herrn in Anſpruch zu nehmen, ſchien ihnen eine Beleidigung, die ſie um ſo mehr mit Abneigung vergalten, da ihnen keine andere Gegenwehr zuſtand. Aber das kleine Gitter am Heerde faßte ſie nun Alle zuſammen, um ſich ihre Freude auszuſprechen, daß der Liebling Aller, ihre junge Sn ſo muthig einge⸗ ſchritten war.
„Das iſt ein Kind,“ ſagte Veit—„immer auf dem Platz! Nichts läßt ſie ſich gefallen, immer kennt ſie ihr und der Andern Recht und hilt es feſt und weiß es zu handhaben!“
„Ja,“ ſagte Gundula—„warum iſt ſie ein Mädchen geworden! Die müßte den Namen des alten Herrn fortpflanzen — da könnte die Welt noch einen Thomas Thyrnau erleben.“
Vom Bratenwender her ertönte ein leiſes Dohlengeſchrei. „Bezo,“ ſagte Frau Gundula—„laß die Thorheiten! Wir ſind, denke ich, Alle froh, daß der Eindringling ſchläft. Wecke ihn nicht durch Dein Gekrächze.“
„Stoßvogel kratzen Augen aus— für Magda“— rief der arme halb blödfinnige Menſch.„Magda, junger Bachſtelz— wie die Sonne hell— alten Stoßvogel würgen!“
Alle lachten.„Seh' nur Eins den Buben!“ ſagte die Großmagd—„da denkt man, er hat ſeine Sinne nicht, und oft weiß man nicht, ob er nicht klüger iſt, wie ein Begabter.“
„Dem ſitzt der Verſtand in ſeinem treuen Herzen,“ ſagte Gundula—„Oft ſchon habe ich bemerkt, daß es ſeine Sinne weckt, wenn er den Namen derjenigen hört, die er liebt— und dann iſt's wieder vorbei, ſo ſchnell wie es kam. Sceht ihn jetzt einmal an, wie mehr als kindiſch, wie


