Teil eines Werkes 
8. Band, Thomas Thyrnau : 2. Theil (1855)
Entstehung
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Hilf Himmel! was denn mein Püppchen? rief Gundula, die Augen forſchend über den Tiſch ſendend. Doch im ſelben Augenblick flog ein ſolcher Regen von Blumen über die Alte her, daß ihr das Sehen verging, und als ſie ſich abgeſtreift und abgeſchüttelt hatte, ſtand Magda ſchon vor ihr und hielt ein zierliches Gefäß von Silber in den Händen, worin die ſchönſten Blumen geordnet waren.

Siehſt Du, rief Magda wenn ich nicht an's Beſte dächte wo bliebe es dann? Die ſchönſte Tafel, die Du da mit Deinen ſchwerfälligen Geſchirren beladen haſt, iſt todtes Gerüſte ohne dieſes hier. Mitten im Sommereine Tafel ohne Blumen! Fort damit demalten Salzfaß dahin müſſen meine Blumen kommen!

Ach, Du Herzensſchätzchen! rief GundulaDas haſt Du ſchön gemacht. Sieh! ſieh! was das gut thut, wenn ein junges ftiſches Leben hinzu kömmt, wo ſo alte Leute ſteif und grau mit einander werden.

Siehſt Du! Du alte böſe Frau Dwl rief Magda, und ſchnell ſchlang ſie beide Arme um ihren Hals und drückte ſie ungeſtüm an ſich.Alte Verläumderin! fuhr ſie fortſag! machſt Du mir heute auch meine Sahnentörtchen?

Ja! ja! mein Engel! ſie backen ſchon! rief Gundula, leuchtend vor Freude.Run ſag' mir nur, Schätzchen Du biſt doch nicht im Ernſt böſe?.

Magda ſah ihr ſo neckend in die Augen, als ergötze ſie ſich an der Ungewißheit der Alten. Eben wollte ſie ihr ant⸗ worten, da ging die Thür auf, und vor Veit, der die Flügel weit aufriß, trat der Gaſt ein, deſſen Ankunft Magda verkün⸗ digt. Aber nicht der erwartete Pater Hieronymus, der Arzt des Hauſes und der Gegend war es, ſondern ein Anderer; ein Fremder, wie es Allen ſchien.

Wer aber, ohne viele Nachfrage, wie es ſchien, geſonnen war, hier Herberge zu nehmen, blieb eine ziemlich ſchwierige