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zu leben, und der Hochmuth kann auch nicht weiter, als Alles haben, was er braucht! und ich denke, hier ſoll nichts fehlen — Alles wohl und genügend ſich finden!“
Er richtete dieſe letzten Worte an Frau Gundula, und dieſe überſah mit ihm die wohlgerüſtete Tafel und nickte ebenfalls wohlgefällig.„Ohne Tadel! ohne Tadel! mein lieber Veit! Alles an ſeinem Ort,“ ſagte ſie dann—„nur daß wir nicht die Flaſchen zu kühlen vergeſſen!“
„Nun, Madame!“ ſagte Veit, ſchon etwas beleidigt— „da hätte Ihr gehorſamer Diener denn freilich die Hauptſache 3 vergeſſen und möchte wohl wiſſen, wie der Herr Doktor Hiero⸗
nymus den Mund ziehen würde, wenn der alte Johannisberger flau wäre.“
„Ja!“ ſagte Gundula—„und der Herr verſteht auch kei⸗ nen Spaß, wenn's einen andern gilt.“
„Der Herr, ja, der Herr, Madame,“— fuhr Veit nach⸗ denkend fort—„heute wird er es merken, wenn der Wein kühl. iſt und Euer Braten ſaftig und die Tafel vollſtändig— aber ſagt ſelbſt— thäten wir's nicht alle Tage zu unſerm eignen Vergnügen, würde er es merken, wenn wir's unterließen!“ „Ich möcht's nicht verſuchen!“ entgegnete Gundula— „das Ungehörige hat er überall ſchnell fort, das Gute aber iſt ihm bequem. Er darf es fordern, es fällt ihm nicht auf, daß
es da iſt— warum ſoll er es erwähnen?“
„Ja! ja!“ ſagte Veit—„es muß ſich immer Alles von ſelbſt bei ihm verſtehen, und Alles findet ſeinen Platz. Ißt er — denkt man, er thäte nie Anderes und Lieberes als Eſſen— ſchläft er— o Himmel! ein alter Herr— und ich wollte meine lauteſte Jagdflinte an ſeinem Bette losknallen— er thät wie nach einer Fliege ſchlagen und ſchlief weiter.“
5„Dafür iſt er auch mäßiger als der jüngſte Mann,“ erwie⸗ derte Frau Gundula—„und wie oft er auch mit dem Leben


