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Herrſchaft übte, die weit von dem gewöhnlichen Verkehr in einer thätig beſorgten Küche abwich. Dabei ſchien es weder Furcht noch Trübſinn, was hier waltete; denn der Knabe, der den Bratenwender beſorgte, ergötzte ſich dabei, indem er bald pfiff, bald mit großer Täuſchung die Stimmen von Vögeln oder von verſchiedenen Hausthieren nachmachte, und zwei Mägde unter⸗ hielten ſich bei ihrer Arbeit, zwar mit leiſer Stimme, doch oft durch lautes Gelächter unterbrochen.
Dies Alles ging an der würdigen Dame, welche von Allen Frau Gundula genannt wurde, unbeachtet vorüber. Sie be⸗ wegte ſich ruhig von einem Ort zum andern, rührte hier in einem Topfe oder Keſſel, legte dort das Holz zurecht, blickte in die Schüſſel, in der die eine Magd einen Teig rührte, und warnte die andere, den Fiſch ſorgſam zu ſchuppen. Zuweilen verließ ſie, dazwiſchen das Gitter des Küchenreviers und richtete ihre Blicke auf die kleine Tafel, die unter dem oben erwähnten Fenſter zu drei Gedecken von einem Diener zugerüſtet ward. Hierbei erhob ſie hin und wieder ihre ſonore Stimme zu einigen Worten oder öffnete mit dem an ihrer Seite hängenden Schlüſ⸗ ſelbunde eins der Schränkchen, die in dem Getäfel verborgen waren, um einen ſchönen Pokal oder ein fein geformtes Silber⸗ gefäß zu irgend einem Gebrauch der Tafel dem alten Diener zu übergeben, der mit beſonderer Aufmerkſamkeit ſein Geſchäft zu treiben ſchien.
Jetzt ſetzte er noch, mit der größten Sorgfalt bemüht, die Mitte der oberen Tafel zu treffen, das kunſtreich in Silber ge⸗ triebene Salzfaß auf, und nachdem ſein Blick wohlgefällig über jeden Gegenſtand hinweg glitt, rieb er ſich die Hände und nickte vergnügt mit dem Kopfe..
„Ich denk', es iſt nun ohne Tadel,“ ſagte er—„und wenn wir auch nur im Walde hauſen und von den vornehmen Wienerſchen Leuten nichts abſehen können— wir wiſſen doch


