Teil eines Werkes 
8. Band, Thomas Thyrnau : 2. Theil (1855)
Entstehung
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runden Gewölbe diente ein koloſſaler Pfeiler, der, in der Mitte des Vierecks ſtehend, der Träger dieſes ſchweren Deckengewölbes war. Von ihm, wie von einem Palmbaume, ſtiegen die Zweige des Gewölbes in die Höhe und ließen ſich dann an den vier Wänden auf regelmäßig vertheilte, halb eingemauerte Säulen nieder. Die Höhe des Raumes war bedeutend, und dachte man ſich die Gewölbe ohne die Zugaben, die jetzt die Form verwirr⸗ ten, konnte man kaum anders glauben, als daß er bei ſeiner erſten Beſtimmung dem heidniſchen Tempeldienſte angehört habe. Jetzt war der mittlere Pfeiler bis zu den Gewölben mit Eichen⸗ holz bekleidet, und von ihm aus hob ſich ein Holzgeflecht nach allen Seiten in die Höhe, das ſich anfangs den Gewölben an⸗ fügte, dann aber, wo dieſe ſich rundeten, ſie verließ und in gothiſchen Spitzbogen emporſtieg. Obwol das Eichenholz von der Länge der Zeit zu einer an ſchwarzen Marmor erinnernden Subſtanz verwandelt war, hatte doch der geſchützte Raum die reiche Schnitzarbeit daran wol erhalten, und ſo gab es ein Tage langes Studium, die phantaſtiſchen Bildungen zu ver⸗ folgen, die, wie aus heißen Fieberträumen entſtanden, die ſchauderhafteſten Ungeheuer halb Menſch, halb Thier zwiſchen den lieblichſten Blumengeflechten, der treueſten Nachbildung zahmer Hausthiere oder Waldbewohner, bei kenntnißreicher An⸗ wendung architektoniſcher Ornamente hier aufs kunſtreichſte ver⸗ einigt darſtellten.

So hatte die Familie des Advokaten den Raum gefunden, denn mehreres hatten die fröhlichen Jäger, die vor ihnen hier zuweilen gehauſt, nicht bedurft. Doch müſſen wir noch einer großen wohl eingerichteten Feuerſtelle gedenken, welche man damals, als die Grafen von Wratislaw hier raſten wollten, beim Wegräumen eines Berges von Schutt entdeckt hatte, und welche rechts vom Eingang die Mitte der Wand in ziemlicher Ausdehnung einnahm.