Teil eines Werkes 
8. Band, Thomas Thyrnau : 2. Theil (1855)
Entstehung
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Politur. Dieſe Wand ſchien allerdings die Behauptung zu rechtfertigen, daß hier zuerſt ein Tempel beabſichtigt war, denn ſelbſt die Ausfüllungen zwiſchen den Säulen konnten ſpäteren Urſprungs ſein.]

Jedenfalls gehörten aber die vier runden Thürme, die an den Ecken aufgeführt waren, einer neueren Zeit an, denn ſie waren von gebrannten Ziegeln in die Höhe geführt und hatten eine Mauerkrone, wie ſie zuerſt an römiſchen Kaſtellen ſichtbar wurde. Dieſe Thürme nun gaben die Veranlaſſung, daß der am längſten gekannte Name des alten Hauſes, nämlich der der Teinburg, unterging, denn ſeit undenklichen Zeiten horſteten auf den beiden Thürmen, die an der eben beſchriebenen Wald⸗ ſeite lagen, zwei Dohlen⸗Familien, die durch die Länge der Zeit und durch den Umſtand, daß dies alte Haus nie regel⸗ mäßig beſucht und oft eine Reihe von Jahren ganz leer geſtan⸗ den, ein ſolches Uebergewicht erlangt hatten, daß man ihren Bau ſchon aus der Ferne ſehen konnte und ihr Geſchrei oft weit⸗ hin vernahm. So war ihr Beſitzthum unter dem Namen des Dohlenneſtes in der ganzen Gegend bekannt geworden, und als endlich wieder namhafte Beſitzer einzogen, hatte die Ge⸗ wohnheit bereits den früheren Namen ſo verdrängt, daß es nun dabei verblieb, und ſo ſagte Jeder: Herr Thomas Thyrnau ſei ins Dohlenneſt gezogen, als dieſer treue Freund des Grafen von Laey das alte feſte Haus für ſich und ſeine Familie zu einem Sommer⸗Aufenthalt einzurichten verſuchte.

Dieſe, durch ihn bewirkte, allerſpäteſte Ausſtattung, die noch jetzt vollſtändig erhalten war, hatte freilich am meiſten die Spuren verlöſcht, welche früher Neugierde und Forſchung an⸗ regten. Deſſenungeachtet behielt das Ganze auch von Innen ſtets ein merkwürdiges und abweichendes Anſehn. Das ganze Haus bildete nämlich einen einzigen viereckigen Raum ohne Zwiſchenwände, und als Stützpuntt ſeiner darüber ruhenden