Teil eines Werkes 
8. Band, Thomas Thyrnau : 2. Theil (1855)
Entstehung
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Dies alte Haus lag am Rande des Waldes, in deſſen Mitte ſich das neue Schloß gelagert hatte, und war von der einen Seite nur durch einige mit Gräben umzogene und von einzelnen Baumgruppen bedeckte Weideplätze von der Dorf⸗ oder Landſtraße getrennt, die neben der ganzen Vernachläßigung früherer Zeiten doch eine Art Leben zeigte, da der Ort ſelbſt in Folge mancher Vergünſtigungen ſeiner Herren ſich gehoben hatte. Durch einige Handeltreibende und mehrere Werkſtellen von Handwerkern zeigte ſich hier eine größere Thätigkeit, und die Nachbardörfer, die keine Aufmunterung zu ſolchen Unternehmun⸗ gen erhielten, traten in einen lebhaften Verkehr mit den Be⸗ wohnern von Tein, welche ihnen manches Bedürfniß zu liefern vermochten, was ſie ſonſt aus der entfernteren Stadt bezogen hatten.

Nach dieſer Dorſſtraße nun lag die vordere Seite des Hau⸗ ſes; die hintere Seite lag dagegen ganz in den uralten Ulmen⸗ bäumen, die es hier wie ein Gürtel umſchloſſen. Die Ausſicht aus den wenigen Fenſtern reichte hier nur bis in ihre dicht ver⸗ wachſenen Blätterkronen, oder auf die ſchonend gehauenen Wildwege, oder ließ die einzelnen Weideplätze mit ihrem ſchim⸗ mernden, helleren Grün durch die dunklen Stämme der alten Rieſenbäume hindurch leuchten. Auch trug das Haus hier einen noch viel älteren Karakter. Es waren nur wenige Fenſter zu ſehen, und dieſe nicht an der Hauptfront, ſondern in den Thürmen, die das Haus an allen vier Ecken zeigte. Die Haupt⸗ wand aber war von großen Steinmaſſen an einander gefügt und zwar im wunderlichſten Gemiſch, denn der Unterbau, ſchwer und breit austragend, war von ſorgfältig behauenen Granitblöcken, und darüber lagen die Wände in Sandſtein ge⸗ ſchichtet, und Karnieſe und Rundbögen, die auf niedrigen halb hervortretenden Säulen ruhten, waren von Marmor, wiewol jetzt verwittert und vielleicht nie von ſorgfältiger Arbeit und

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